AIMP – Der coole Russe

Wer einen Computer besitzt, hat typischerweise auch irgendein Tool für die Wiedergabe von Musik. Unter Windows ist das – erschreckend oft – der Windows Media Player. Klar, der kann das. Der kann allerdings im Grunde viel zu viel für ein bisschen Musik machen und benötigt dementsprechend Speicher und Rechenleistung. Es geht schlanker und mit Mehrwert.

Die üblichen Verdächtigen sind VLC, MPC und der schon genannte Media Player. Alle drei Schick, aber eben «Media-Player», was für ein bisschen Radio- oder Musiksammlung hören aus meiner Sicht oft etwas umständlich geht und auch ziemlich Rechenlast erzeugt. Wenn es rein um Musikwiedergabe geht, nutze ich daher mittlerweile mit wachsender Begeisterung AIMP. Der kommt aus Russland – weshalb es viele Infos nur auf Russisch gibt – und macht einen klasse Job, wenn es um möglichst stressfreien Musikgenuss am Rechner geht. Weshalb das mit den russischen Infos eher ein akademisches Problem ist.

Er braucht deutlich weniger Rechenleistung und Speicher als der in diesem Metier verbreitete Winamp (für den ich mich nie erwärmen konnte), kann flink ganze Ordner einlesen und abspielen und macht keinen Tanz, wenn ich einen Radio-Stream wiedergeben will. Als nettes Gymik wird bei einem Titelwechsel kurz der Name und Interpret oben eingeblendet – wenn man das mag.

Als Kirsche auf der Sahne gibt es noch ein paar Werkzeuge dazu, beispielsweise einen Grabber, der CDs im gewünschten Format auf die Festplatte zieht. Oder es wird die Radiostation aufgenommen, einen 18-Band-Equalizer mit Presets, Speichern und Laden von Wiedergabe-Listen, anlegen von „Lesezeichen“, diversen Effekten, Lautstärke-Normalisierung, Abspielgeschwindigkeit ändern, Titelüberblendung, und noch einiges, was ich vermutlich selbst noch nicht entdeckt habe.

Das Teil ist kostenlos und macht seinen Job tadellos - und das auch als portable Installation auf einem USB-Stick.

In der Grundausstattung wird so ziemlich alles wiedergegeben, was mir an Musikformaten bekannt ist. Für den Mitschnitt oder als Konvertierungsformate gibt es ebenfalls reichlich, es fehlt allerdings das MP3-Format. Ob aus audiophilen Gründen (verlustfreie Codecs sind in reicher Auswahl vorhanden, verlustbehaftete, zu denen MP3 zählt, eher nicht) oder aus Lizenzgründen ist unklar. Aber MP3-Konverterierung und Mitschnitt ist problemlos nachrüstbar:

  1. LAME herunterladen (der aktuell beste kostenlose Codec)
  2. LAME.EXE und lame_enc.dll in das Verzeichnis „Modules“ von AIMP3 entpacken
  3. AIMP3 neu starten - fertig.

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