Caret: Noch ein Markdown Editor

Dass ich ein Fable für Markdown habe, dürfte bekannt sein. Den allumfassend glücklich machenden Editor dafür suche ich noch. Ein neuer – „Caret“ gefällt mir auf Anhieb ziemlich gut.

„Caret“ hat – aus meiner Sicht – gute Ansätze, die entwicklungsfähig sind. Ich habe ihn zwar erst vor ein paar Tagen entdeckt, die ersten Versionen gab es wohl schon 2015. Seither gibt es der Webseite nach regelmäßige Updates, die Community-getriebene Erweiterungen haben. Die macht einen heterogenen Eindruck, was für einen Editor vorteilhaft ist. Bei sehr vielen Gleichgesinnten kann sonst leicht ein Nischenprodukt heraus kommen.

Caret beherrscht Autokorrektur und eine schnelle Rechtschreibkontrolle. Allerdings versucht er, die Sprache zu raten, was ziemlich daneben gehen kann, speziell bei etwas technischeren Texten. Die Autokorrektur funktioniert überraschend gut. Wenn mal nicht, fehlt noch der Tastenbefehl, mit dem diese Änderung zurückgenommen oder angezeigt werden kann. Denn aufgrund der leichten Verzögerung für die Korrektur, wäre ein Undo das Falsche, weil damit die letzten Eingaben zurück genommen werden. Die sind jedoch erforderlich, damit die Autokorrektur los legt. Erfolgt sie unbemerkt, verwundert es womöglich später, weshalb da so ein Käse steht. Denn eine Änderungsmarkierung fehlt ebenfalls.

Was mir sehr gut gefällt ist die sehr hohe Affinität zur Tastatur. Nahezu alles kann über Tastenbefehle gesteuert werden, die ich mir selbst nach Bedarf anpassen kann. Das ist ein wichtiges Merkmal für Vielschreiber, weil die Finger auf der Tastatur bleiben können. Daher sind Screenshots von Caret wenig sinnvoll. Die Oberfläche ist „maximal aufgeräumt“. Links oben ein Symbol für das Menü, oben Mitte der Dateiname, unten rechts eine umschaltbare Anzeige für Lesezeit, Wort- und Zeichenzahl. Dazwischen viel Platz.

Anmerkenswertes

  • Pfiffige „Go to“-Funktionen. Damit ist ein Dateimanager integriert, die letzte Datei schnell geöffnet, die oder letzte Bearbeitungsstelle oder Überschriften schnell angesprungen (ähnlich einem Inhaltsverzeichnis), eine Liste der Tastenbefehle aufgerufen oder der Anfang bzw. das Ende der Auswahl. Der Speicherort der aktuellen Datei lässt sich ebenfalls schnell anzeigen: er wird im Explorer geöffnet.
  • Die Ausgabe per HTML und PDF lässt sich über „Themes“ beeinflussen. Das sind HTML-Style-Sheets, die bearbeitet werden können oder sich mit eigenen neuen ergänzen lassen.
    • Ob bzw. wie ich die Ausgabe z.B. noch mit einer Seitennummerierung oder Kopf- und Fußzeilen versehen kann, ist mir momentan noch unklar.
  • Verschiedene Eingabemodi mit Abdunklung, Eingabezeile immer mittig, schnelle Umschaltung hell/dunkel.
  • (Für mich) Intuitive Unterstützung und Assistenz bei der Anlage von Tabellen, Listen, etc.
    • Leider werden momentan noch keine Definitionslisten unterstützt, obwohl sie in den „Themes“ angelegt sind.
    • Dafür können „Tasklisten“ angelegt werden:
      • [x] Mit Checkboxen für Todo-Listen
      • [ ] Die lassen sich später im HTML mit der Maus bedienen, wobei der Nutzen dort nur begrenzt ist. Allerdings merkt sich Caret die Einstellung. wenn die Auswahl in der internen Vorschau erfolgt.
  • HTML-Auszeichnung wird aktiv unterstützt. Wird z.B. <h1> eingegeben, wird der Tag sofort mit </h1> geschlossen und der Cursor dazwischen plaziert. Dafür wird eine andere Schriftart verwendet, womit es sofort auffällt, dass gerade HTML geschrieben wird.
  • Text in die Zwischenablage wahlweise „wie er ist“, HTML- oder RTF-formatiert. Die beiden letzten Varianten machen die Übergabe des Textes in andere Systeme sehr b