Contao 2.11 auf > 3.2.x aktualisieren

Mein Kommentar zur Version 3.2.xx hat eine Resonanz ausgelöst, die ich hier zusammenfassend beantworten will.

Es gibt dazu schon diverse Anleitungen im Netz. Ich habe dazu eine sehr eigene Meinung. Natürlich kann man sich von einer Version 2.11 zu einer Version 3.2.x hocharbeiten. Dem will ich jedoch entgegen stellen, dass man sich dabei einer Serie von vorhersehbaren Schwierigkeiten aussetzt. Nicht einmal, sondern mit jedem Zwischenschritt, den man dafür gehen muss. Ein Brachial-Umstieg von 2.11 auf die aktuellste 3.2.x wird nicht funktionieren. Denn dazwischen liegen schlicht zu viele Innovationsschritte, die vom Contao-Entwicklerteam realisiert wurden. Zumindest was das Updaten bzw. Upgraden betrifft, kann Innovation manchmal ziemlich aufwändige Folgen haben. Ich habe es zwar nicht konkret probiert, aber selbst ein unmodifiziertes Contao 2.11.6 ohne Erweiterungen wird sich mutmaßlich nur mit ziemlicher Nacharbeit in eine 3.2.9 verwandeln.

Im vorangegangenen Artikel habe ich eine sehr wichtige Option schlicht nicht genannt: Man kann womöglich mit Copy & Paste signifikant schneller den Umzug realisieren, als mit einer Serie von Updates und den damit verbundenen Nachbesserungen. Damit bekommt man einerseits eine saubere aktuelle Installation, räumt dabei die bestehende Seite auf und setzt sich erst gar nicht vorhersehbaren Blutdruckschwankungen aus, die diverse Fehlermeldungen sehr wahrschleinlich auslösen werden. Dafür gibt es ein ziemlich schlichtes Kochrezept:

  1. XAMPP oder etwas Vergleichbares installieren
  2. Ein aktuelles Contao dort installieren
  3. Prüfen, welche Erweiterungen in der 2.x-Version verwendet werden und schauen, ob es die für die aktuelle 3.x Version gibt.
    • Wenn ja: Erweiterung installieren
    • Wenn nein: Prüfen, ob man sie wirklich braucht, ob es eine Alternative gibt, oder ob man sich selbst was bauen kann.
  4. Die Erforderlichen CSS- und Template-Dateien anlegen, falls möglich, aus der bestehenden Installation die Inhalte per Kopie heranholen
  5. Die Seitenstruktur anlegen
  6. Die Inhalte der bestehenden Seiten in die noch leeren Seiten kopieren:
    • Leeres Element anlegen
    • Vorzugsweise HTML-Code aus der bestehenden Installation in die neue kopieren (Editor in den Benutzereinstellungen deaktivieren)
    • Bilder, etc. in die neuen Strukturen ablegen und von dort einbinden
  7. Seiten testen, korrigieren, hochladen.

Natürlich ist das ist Arbeit. Allerdings ist das Resultat eine stabilere Installation ohne Altlasten, die irgendwann hochkommen, wenn man gar nicht mehr damit rechnet. Dieses Vorgehen hat vor allem den Charme, dass man die Neue nicht mit Gewalt in das Alte hineinquetschen muss, sondern mit den jetzt gebotenen Möglichkeiten ganz anders an angestrebte Ergebnisse herangehen kann. Hier ist die Innovation von Contao wieder ein Segen. Denn manches, wofür man sich in den älteren Versionen ordentlich gequält hat, geht jetzt sehr einfach von der Hand.

Ein — ebenfalls unerwähnter — weiterer Aspekt ist: Als Contao-Verwender entwickelt man sich (normalerweise) weiter, was Wissen und Fähigkeiten betrifft. Wenn ich mir ältere Installationen von mir ansehe, muss ich eingestehen, dass ich mich — mit dem jetztigen Erfahrungshintergrund betrachtet — dort nicht unbedingt immer mit Ruhm bekleckert habe. Ich wusste es damals halt nicht besser. Jetzt schon. Also warum die Jugendsünden aufkochen und weitertragen? Genau dort liegen die Minen, auf die man tritt, wenn man es am wenigsten braucht. Also erst gar nicht mitnehmen, sondern freies Feld bearbeiten.


Kommentare

rost | 07.06.2014
Das man nicht von 2.11 nach 3.2 updaten kann, halte ich für ein Gerücht. Es sind zwei LTS-Versionen und die meisten nur Nutzer werden genau diesen Weg gehen. Ich p