CuteMarkED vs. MarkdownPad

MarkdownPad ist ein reichhaltig aus­ge­stat­tet­er Markdown Editor für Windows.“ So die selbst­bewusste Eigen­­wer­bung im An­lei­tungs­text. CuteMarkED ist dies­­bezüg­lich zurück­hal­ten­der, dafür bietet dieser Editor im Kern­thema — Markdown — mehr Funk­tio­nali­tät in den vergleich­baren Versionen, was MarkdownPad unter Windows mit etwas höherem Einsteiger-Komfort ausgleichen kann. Ich habe mir beide angesehen.

Erkenntnisgewinn in Scheibchen

Ursprünglich hatte ich die kosten­losen Versionen beider Editoren für Windows (Win7x64) mit­ein­ander verglichen. Ich hatte ange­nommen, es sei ein Gebot der Fairness, wenn man kostenlos mit kostenlos vergleicht. Bei objektiver Betrach­tung sind 15 USD (ca. 11 EUR) für die Voll­version von MarkDownPad aller­dings ein Preis, der für ein solches Werk­zeug vergleichs­weise lächer­lich ist. Da die kosten­freie Version einige für diese Beschreibung zweck­mäßige Funktionen aus­klam­mert (schlau, was die Kauf­bereit­schaft pro­fessio­neller Anwender betrifft), habe ich mich entschlossen, den Test noch einmal von vorn durch­zu­führen, aber mit funktional vergleich­baren Programm­versionen.

Sonderzeichen in CuteMarkED bei Stilumschaltung

Markdown

Die gängigen Funktionen für Markdown unter­stützen erwartungs­gemäß beide Programme, wobei die Inter­preta­tion von der Auswahl des Modus abhängt. Die Basis­inter­preta­tion kann in beiden durch verschie­dene Erwei­ter­ungen ergänzt werden, bei CuteMarkED additiv, bei MarkDownPad wahl­weise. Für gelegent­liche Anwender ist CuteMarkED dann die bessere Wahl, weil hier die Er­wei­ter­ungen direkt verfüg­bar sind, während sie bei MarkDownPad mit der Pro-Version frei­geschal­tet werden müssen.

Beiden Editoren fehlt eine Mög­lich­keit für das Anlegen eigener Ab­kürz­ungen oder alter­nati­ver Zeichen­umsetzung. Für deutschen Text wäre es schön, wenn “Anführungs­zeichen” in der „deutschen“ Ausprägung direkt einge­geben werden könnten. Hier kann sich der Schreiber wahl­weise mit den HTML-Derivaten „(„) bzw. “ (“) oder den ASCII-Codes ALT 0132 („) bzw. 0147 (“) helfen.

CuteMarkED kam mit der ALT-Eingabe etwas ins straucheln, denn die wurde von einer Umschalt­orgie der Anzeige­stile begleitet. Die Umschal­tung der Anzeige­stile führt bei aktivem Editor-Fenster darüber hinaus zur Eingabe von ASCII-Ersatz­zeichen. Ein Schönheits­fehler, der wahrscheinlich in einer der nächsten Versionen behoben sein dürfte.

CuteMarkED hat ein übersichtliches Fenster, das sich auf das Wesentliche konzentriert: Editorfenster und Vorschau.

Auszeichnung

Natürlich unter­stützen beide die gängigen Zeichen­codier­ungen des offiziellen Markdown. Dazu die bereits erwähnten Er­wei­ter­ungen, wobei die Imple­men­tatio­nen sich dabei in Details unter­scheiden und nicht unbedingt den vollen Umfang der Erwei­ter­ung erfüllen. So ver­spricht die Voll­version von MarkDownPad Markdown-Extra, ich konnte aller­dings nicht wie in der An­lei­tung beschrie­ben Fuß­noten erzeugen.

CuteMarkED ist dies­bezüg­lich etwas unver­bind­licher, weil Elemente gewählt werden können, die Teile von Erwei­ter­ungen sind. Daher weiß ich nicht, ob dort im Ergebnis eben­falls Markdown-Extra unter­stützt werden soll, zumindest wird es mir nicht ver­sprochen.

Beide bieten für die Standard­elemente Tasta­tur-Short­cuts an. Ob es die braucht, ist Geschmacks­sache, denn ich verwende Mark­down ja