Gut zu Vögeln

Wer gut zu Vögeln sein will, muss nicht viel investieren. Weniger als 10 € reichen völlig aus, damit es wie im Taubenschlag zugeht.

Die Einleitung ist natürlich wörtlich gemeint: mit geringem Materialeinsatz lässt sich ein pfiffiges Vogelhäuschen bauen, das sehr gut von „Kleinvögeln“ (Meisen, Spatzen, aber auch Spechte und Eichelhäher) angenommen wird.

Ein geschenktes Häuschen war kurz vor der endgültigen Auflösung in seine Bestandteile, also musste ein neues her. Die Anforderungen im Vergleich zum Vorgänger waren schnell formuliert:

  • robuster und langlebiger
  • besserer Wetterschutz für das Futter
  • kleinere Eingänge, damit Tauben draußen bleiben
  • Option für Meisenknödel

Das erste Häuschen ist aus Resten der Bastelkiste entstanden. Es sollte eine Art „Futtersilo“ werden, in dem die Körner über das klappbare Dach nachgefüllt werden können. Es war fix gebaut, wurde jedoch nur bedingt von der Zielgruppe angenommen. Vermutlich ist die Geometrie des Futtertroges und des Silotrichters ungünstig. Außerdem wurde es – aufgrund der Materialvorgaben – relativ klein.

Also habe ich ein wenig Geld in die Hand genommen. Um genau zu sein: 8,25 €. Das haben die 18mm Fichtenleimholz-Bretter bei Bauhaus gekostet. Drei Stück, 30x100 cm. Dazu kam noch ein wenig wasserfester Holzleim und Sperrband, sowie vier lange Nägel. Als Werkzeug kamen eine Kappsäge, eine Lochsäge und Bohrer am Akkuschrauber,vier Zwingen, ein Tackerhammer und etwas Schleifpapier sowie ein Lappen für den überschüssigen Leim zum Einsatz.

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Von zwei der Bretter habe ich die Dachhälften (ca. 70 cm) und die Seitenwände abgeschnitten . Die Seitenwände sind ca. 20 cm hoch und geben eine Dachneigung von 15° vor. Zwei Löcher mit ca. 10 cm Durchmesser, jeweils etwa 2cm von der Außenseite und dem Boden nehmen später Meisenknödel auf. Von den Seiten noch jeweils ein Loch mit geeignetem Durchmesser gebohrt, damit einer der langer Nägel das Knödel fixieren kann.

Vom dritten Brett habe ich die Bodenplatte ca. 60cm abgeschnitten, aus dem verbleibenden Rest zwei kleine Leisten ca. 3x40 cm, damit das Futter auf der Bodenplatte bleibt und die Einflugöffnung auf eine Höhe von ca. 15 cm beschränkt wird.

Die Seitenteile und die Leisten werden mittig auf die Bodenplatte geleimt. So bleibt außen ein „Landeplatz“ von ca. 5 cm Breite, von dem aus die Meisenknödel bearbeitet werden können. Aus den beiden „Dachflügeln“ habe ich mittig ein Halbkreis herausgeschnitten, damit sich das Häuschen bequem mit Schrauben mittig auf einen Pfahl montieren lässt. Sie werden ebenfalls festgeleimt. Hierbei sind die Winkelreste von den Seitenteilen hilfreich, weil sie dann sehr einfach mit Schraubzwingen fixiert werden können.

Damit ist das Häuschen fast fertig. Es wird unbehandelt aufgestellt, weil alles, womit es behandelt werden könnte, bei den Vögeln wahlweise Ablehnung oder Ableben hervorrufen kann. Jetzt noch auf einen Holzpfahl schrauben und mit etwas wasserdichtem belegen. Ich hatte noch Feuchtigkeitssperren (gibt´s ab 5m Rolle und länger im Baumarkt), die ich abgelängt und mit dem Tackerhammer auf dem Dach befestigt habe. Rundherum mit etwas Überstand, damit das Wasser direkt abtropft und nicht am Holz entlang läuft.

Das Häuschen wird sehr gut angenommen und löst ein weiteres Problem. Bisher haben wir die Meisen Knödel in Aufhängungen angeboten, die regelmäßig weg waren. Vermutlich von einem Eichelhäher oder einer Elster stibitzte. Jetzt bleiben die Knödel da und wir können die leeren Netze bequem ab-, statt irgendwo im Garten aufsammeln.

Die „in etwa“ Maße haben sich ergeben, weil ich aktuell Sehprobleme im Nahbereich habe und mich mit „möglichst wenig PC“ beschäftiguen soll. Daher sind die Maße via Tastsinn entstanden. Was überraschend gut funktioniert, wenn man sich darauf einlässt. Dieser Beitrag war nur möglich, weil ich beim verwendeten Markdown-Editor „Caret“ seeehr große Buchstaben einstellen kann… .