Hochbeet 2.0

Das Thema „Hochbeet“ nochmal konsequent durchdacht ergibt eine attraktive, einfache und stabile Lösung.

Vor einigen Jahren habe ich mir schon mal Gedanken zum Thema Hochbeet gemacht. Damals war die Idee vom Schock der Preise getrieben, die für Fertigbausätze aufgerufen wurden (und werden). Darüber hinaus sind die angepriesenen Beete eher Beetchen für die Frühstückskresse oder zwei Kohlrabi. Dafür greife ich nicht zum Werkzeug.

Meine bisherige Lösung hat sich durchaus bewährt. Allerdings hat sich gezeigt, dass die Beetgröße mit 2x1m bereits die mechanischen Grenzen dieser Variante darstellt. Die Rauhspund-Bretter sind nur begrenzt belastbar, was spätestens dann sehr deutlich wird, wenn eine Schubkarre voll Kompost oben auf die Kante gesetzt und ausgelehrt wird. Im ersten Jahr ging das… .

Darüber hinaus ist das Verschrauben der einzelnen Bretter auf Balken sowohl zeitlich als auch mit Blick auf den Materialeinsatz recht aufwändig. Es geht erheblich einfacher, ebenfalls ansprechend, deutlich stabiler und außerdem flexibler. Wobei die nachfolgende Idee eine evolutionäre Entwicklung auf der Grundlage des Vorgängers und den Erfahrungen damit darstellt. Für „V2“ nehme ich Baudielen, die sich schon für die Gartenbank bewährt haben. Nachdem mir klar war, wie ich es umsetzen kann, war nicht mal mehr ein Plan erforderlich.

Wer eine Stichsäge und Akkuschrauber halten kann, kann das nachbauen!

Die Arbeitsschritte

  1. Baudielen kaufen. Meine waren 3 Meter lang, womit ich die Grenzen meiner Transportmöglichkeiten ausreizte (Fähnchen ist schon ab…).
  2. Auf den Baudielen in der halben Breite die Brettstärke anzeichnen und heraus schneiden.
    Hier darauf achten, dass die Ausschnitte auf beiden Brett-Enden an der selben Seite sind1.
  3. Die Bretter so sammeln, dass wirklich alle erforderlichen zugeschnitten sind, bevor das Werkzeug weggeräumt ist.
  4. Beim Zusammenbau „Steckverbinder“ einbauen, damit die Ebenen gegen verrutschen gesichert sind.
    Ich habe dafür aus 8mm Baustahl ca. 15 cm lange Stücke geschnitten2, die lose in passende Löcher gesteckt sind. Das habe ich per Augenmaß gemacht, die „Toleranzen“ der Baudielen haben das zugelassen. Pro Ebene habe ich auf den langen Seiten je zwei Stifte (auch beim kleinsten Element, wg. „anlehnen“) eingesetzt.
  5. Die ausgeschnittenen „Nasen“ ermöglichen das Zusammenschrauben der Bretter in zwei Ebenen über die Kante – was die Stabilität der Konstruktion deutlich erhöht, weil sowohl Zug als auch Druck auf das Brett kompensiert wird.
    Ich schwöre für derartige Aktionen auf die Schraube Heko Unix Top, weil die veränderliche Gewindesteigung die Bretter wie mit einer Zwinge zusammenzieht. Pro „Nase“ waren mir zwei genug, also vier pro Kante und Verbindung. Da rührt sich nix mehr.

Vorteil dieser Anleitung
Die Ausführung und der Zusammenbau ist äußerst fehlertolerant, die Ausschnitte können in etwa ausfallen, weil die Bretter genauso in etwa ausfallen. Auf-, Ab- und


  1. Es ginge auch alternierend. Die Bretter können dann nicht mehr beliebig zusammengebaut werden, schlimmstenfalls „geht es sich nicht aus“ weil in der letzten Ecke „zweimal oben“ ausgeschnitten ist. ↩︎

  2. Ich habe dafür das geeignete Werkzeug. Ersatzweise gibt es im Baumarkt Gewindestangen oder Schraubverbinder ohne Kopf (um links und rechts eine Mutter aufzusetzen) in vergleichbarer Länge und Stärke. Das ist ggf. günstiger als die für´s Baustahl schneiden erforderliche Zange… . ↩︎