Nie mehr OwnCloud

Die Idee einer eigenen, unter meiner Kontrolle befindlichen „Cloud“ ist sehr bestechend. Es gibt sogar ernsthafte Gründe dafür, die über „weil ich´s kann“ weit hinaus gehen. Allerdings bin ich nach mehreren Anläufen mit OwnCloud an einen Scheidepunkt gekommen: Damit nicht mehr.

Die Installation einer neuen Instanz geht erfrischend einfach, alles schick. Glaubt man. Bis der eigentliche Anlass der Installation etwas stärker in den Fokus rückt. Denn ich will keine Dateien durch die Gegend schangeln, das mache ich ohne irgendwelchen Cloud-Gedöns direkt mit dem Windows-Explorer. Der versteht nämlich die gängigen FTP-Protokolle vorzüglich und mehr Integration ins Betriebssystem geht nicht.

Worin der Vorteil bestehen könnte, meine Dateien in einer SQL-Datenbank abzulegen, erschließt sich mir nicht, ich packe verschlüsselte ZIP- oder 7z-Dateien auf den Server (wenn das Not tut). Die kann ich dann mit Bordmitteln ohne Umwege über eine nicht unbedingt Rennen gewinnende Oberfläche nutzen.

Wegen der Bilder? Ich bin nicht bei Facebook, ich habe einen mit Missachtung gestraften Google+ Account, wozu sollte ich einen Zeig mir mal die Bilder Cloud brauchen? Ich stehe sehr gern daneben, wenn sich Freunde (wichtig: richtige!) an meinen Bildern erfreuen — oder ablästern. Bilder gibt es natürlich. Aber eben nicht in einer Cloud oder bei sonstwem. Mit beispielsweise AnyDesk kann ich entscheiden, wer mir zusieht. Und meine privaten Bilder bleiben da, wo sie hingehören: bei mir.

Mein Antrieb war die Verwaltung von Kontaktdaten und des Kalenders über Gerätegrenzen. Dafür bietet OwnCloud Module, die bei einer jungfräulichen Installation durchaus einfach funktionieren. Die Oberfläche bei den Kontakten gibt sich ein wenig zickig, aber soweit alles schick. Bis zu dem Tag, an dem man auf die völlig bescheuerte Idee kommt, dass die Installation mal aktualisiert werden sollte. Fataler Fehler.

Ich habe das jetzt mehrfach wohlwollend verdrängt. Ich kenne die Mädels und Jungs persönlich, die hinter OwnCloud stehen. Die finde ich sympathisch, ich mag die. Aber Updates müssen sie noch lernen. Ich werde allerdings keine Lebenszeit mehr darauf verwenden. Denn wenn nach einem Update die Module für Kontakte und Kalender weg sind, oder die Cloud — bildlich gesprochen — den Mittelfinger hochstreckt und sich grundsätzlich verweigert, ist Schluss mit lustig.

Ich räume ein: Die Software kann ich kostenlos herunterladen und nutzen. Wenn ich zu doof für ein Update bin, kann ich bei OwnCloud einen Service mieten, der das erledigt. Für meine Anforderungen klafft da aber ein sehr großer Graben zwischen Anforderung und Preisschild. Diese Variante fällt aus objektiv entschiedenen betriebswirtschaftlichen Gründen aus.

Wenn eine Software mir bei der Installation suggeriert: Hey, alles Easy, ich habe alles im Griff, dann muss das über das Versprechen hinaus gehen. Dann muss auch geliefert werden. Nachdem ich jetzt drei Versuche mit Upgrades hinter mir habe, die jeweils mit erheblichem Aufwand verbunden waren um

  • die vorhandenen Daten in der neuen Umgebung wieder ansprechbar zu machen,
  • die vorhandenen Daten in der neuen Umgebung wieder benutzbar zu machen,
  • die vorhandenen Daten wieder mit den Geräten zu synchronisieren,

habe ich mir die Frage gestellt, ob ein Notizbuch in der Hemdtasche für die relevanten Daten womöglich intelligenter wäre. Denn das habe ich notfalls sogar schneller von Hand neu geschrieben, als mich das Reparieren der OwnCloud jedes Mal an Zeit gekostet hat.

Der letzte Update-Versuch ging so gründlich schief, dass ich die Daten von Hand aus der Datenbank ziehen musste. Denn die erforderlichen Module für K