Outlook vs. The Bat!

Ich bin seit Version 1.4 eingefleischter The Bat! Nutzer. Allerdings tut sich The Bat! mit Kalender und Aufgabenverwaltung ziemlich schwer. Da ich mit Zarafa Team-Funktionalität benötige, war es an der Zeit, sich mal wieder Outlook anzusehen. Das hat aufgeholt, ein paar coole Funktionen von The Bat! fehlen aber noch immer. Ein paar kann man nachrüsten – dazu mehr im Text.

Die wesentlichen Gründe für meine Vorliebe für The Bat!:

  • Ich mag Text-Mails. Den HTML-Schnickschnack finde ich überflüssig (wobei The Bat! auch HTML-Mail „kann“, wenn man unbedingt will).
  • Die Serienmail-Möglichkeiten und die sehr feingliedrige Anpassbarkeit von Mail-Vorlagen (wenn man will ganz individuell für jede Adresse!), gekoppelt mit leicht nutzbaren Befehlsmakros sind schlicht sensationell.
  • Extrem ausgeklügelte Regeln erlauben extrem elegantes Jonglieren mit der E-Post.
  • The Bat! war anfangs und für recht lange Zeit der einzige Mail-Client, der mehrere Konten gleichzeitig bedienen konnte.
  • Einfache PGP-Implementierung möglich.
  • Sehr einfach portabel, weil es auch eine Portable Version gibt, die man kostenlos mit dazu bekommt (was im Umkehrschluss bedeutet: The Bat! kostet Geld; wobei das für Outlook gleichermaßen gilt).
  • Kein Javascript, kein IE als Anzeigehelfer. Das macht das Lesen von Mails sehr sicher, weil so das Einschleusen böser Sachen weitestgehend ausgeschlossen ist.

Allerdings kann die Fledermaus nicht mit dem Kalender und den Aufgaben des Zarafa-Servers. Das nervt etwas, wenn man allein dafür das Webinterface von Zarafa öffnen muss. Das sieht dann zwar aus, wie ein „Outlook was weiß ich wann“, will aber – zumindest bei mir – keine rechte Freude aufkommen lassen.

Was kommt denn da um Himmelswillen?

Outlook beeindruckt beim Download mit seiner schieren Größe: über 300MB. Dagegen ist The Bat! mit seinen rund 17MB ein Klacks. Die sind fix runter geladen, während Microsofts Server sich mit über einer halben Stunde – trotz 150MBit-Leitung (!) – reichlich Zeit mit dem Ausliefern lässt. Was doppelt ärgerlich ist, wenn man sich die x64-Variante holt. Wobei der Ärger durch Zarafa ausgelöst wird, denn der Outlook-Client kann nur mit 32 Bit. Also nochmal von vorn, diesmal mit der x32-Variante. Die Installation ist Microsoft-typisch: Gemütlich, es müssen ja 300MB verteilt werden, müllt die Registry unfassbar zu, aber am Ende läuft es dann doch.

Schnell drübergeschaut

Outlook hat aufgeholt. Ordentlich. Die Menüs muss man nicht mögen, aber ich finde mich einigermaßen zurecht. Wobei so ein paar Dinge gewöhnungsbedürftig sind. Aber wie sooft: Logik ist relativ. Nachdem ich einige spielerischen Klicks absolviert habe, stoße ich an Grenzen, die der Gewohnheiten aus The Bat! geschuldet sind:

  • Individuelle Vorlagen für einzelne Adressen („Hallo Hugo, [...] Bis bald, alte Haut!“) – keine Chance.
  • Anredemakros der Art
    %IF:”%TONAME”=”%TOADDR”:”Hallo!”:%-”%IF:’%TOFNAME’='%TOLNAME’:'Hallo!’:'Hallo %TOFNAME %TOLNAME,’”
    kann man vergessen. Komplexere, bei denen z.B. noch die Anrede herausgefischt wir (Frau/Herr), natürlich genauso.
  • Die in den Vorlagen integrierbaren Signaturen lassen sich in Outlook 2010 zumindest per Mausklick realisieren: Rechtsklick auf die vorhandene Signatur und eine andere auswählen. So kann fix zwischen verschiedenen Varianten getauscht werden.
  • Automatisches Einfügen von BCC-Einträgen (automatischer Versand an das Archivierungssystem) – nur mit Visual Basic möglich.

Zu früh gefreut

Der Code lässt sich zwar problemlos und auch ohne Fehlermeldungen einfügen — es ist allerdings egal, denn es passiert schlicht nichts; es wird keine BCC Nachrich