Programmieren lernen

Gestern wurde ich vom Sohn meiner besten Freundin gefragt, was denn die passende Programmiersprache sei, wenn man programmieren lernen wolle. Offenbar war er dann etwas irritert von meiner Antwort, weil ich nicht „lern X!“ sagte.

Ich finde es toll, dass jemand programmieren lernen will, weil er es halt können will. Allerdings ist das mit dem „können“ so eine Sache. Ist wie mit „ich kann Auto fahren“ wenn man das letzte Mal das Lenkrad zur Prüfung in der Hand hatte. Seither wird Bus und Bahn gefahren. Oder Beifahrer. Deshalb fragte ich wofür. Wenn etwas nachhaltig sein soll — wovon ich erklärter Fan bin — ist das Lernen von etwas mit einem Ziel vor Augen sehr hilfreich.

Möglichkeiten

Die Antwort zeigte eine gewisse Orientierung. Ich will vielleicht mal Apps1 oder so programmieren. Was soviel bedeutet wie: Ich habe keine konkrete Idee für etwas. Das war aber immerhin schon ein Richtungsweiser. Den könnte man sich jetzt nehmen und auf App-Baukästen verweisen. Frage beantwortet. Hat halt mit „programmieren können“ nichts zu tun. Bei genauerer Betrachtung sind diese Baukästen vor allem für den Anbieter interessant. Die lassen sich ihre Bastelkisten nämlich fürstlich entlohnen.

Wie dem zitierten Link entnommen werden kann, basieren viele Apps auf HTML5. Gestandene Entwickler werden sich womöglich schütteln, allerdings ist auch das bereits eine Programmiersprache. Aus dem — für nicht eingeweihte durchaus kryptischem — HTML(5)-Text wird vom Browser eine Webseite gemacht. Die typischerweise eine freundlichere Anmutung hat, als das zugrunde liegene HTML-Programm.

Für native Apps wäre „C“ in diversen Derivaten ein adequates Mittel, Firemonkey könnte sich dazu als ernsthafte Alternative etablieren. Das geht über Delphi auf Pascal zurück, das mal als Lehrsprache von Nicklaus Wirth an der ETH Zürich entwickelt wurde. Das lässt sich leichter erlernen als „C“, liefert trotzdem hochwertige Programme und lässt Türen zu anderen Entwicklungssprachen offen2.

Die richtigen Entwicklungsumgebungen haben allerdings überwiegend eine für Anfänger und Einsteiger unangenehme Eigenschaft: sie kosten richtig Geld. Was den oben genannten Bastelstuben vermutlich die Kundschaft zutreibt und denen, über die Monatsmiete clever getarnt, richtig Geld in die Kasse spült.

Aktuell kann man sich das Visualstudio von Microsoft in einer Community-Version herunter laden. Allerdings ist das Kleingedruckte da etwas eigentümlich. Und die Version läuft immer nur so lang, bis die nächste kommt. Was eine nachhaltige Produktpflege erschwert.

Für Delphi gibt es eine Starter Edition, allerdings ist diese V


  1. Hier unterstelle ich, dass es sich um Anwendungen für mobile Geräte handelt. Objektiv betrachtet ist ein normales Windows-Programm ebenfalls eine App, da das Wort die Abkürzung für application ist. „App“ ist daher als präzise Spezifikation für etwas ziemlich untauglich – abgesehen, es wird allgemein üblich verstanden. ↩︎

  2. In der aktuellen Entwicklungsumgebung von Embarcadero können Code-Teile unterschiedlicher Sprachen gemischt werden. Warum das interessant ist? Weil sich dann für jede Aufgabe der Code nutzen lässt, mit dem man das am besten/einfachten hinbekommt. ↩︎