Schöner Wohnen – Decke dämmen

Wohnen in einer Altbau-Wohnung ist toll. Es sei denn, es ist frostiger Winter und direkt darüber ist der ungedämmte Dachboden, dazwischen eine perfekt Kälte-leitende Betondecke.

Nachdem im letzten Jahr neue Fenster eingebaut wurden, die neben dem Lärm im Sommer die Hitze draußen und im Winter die Wärme drinnen halten, hat sich er Flur als Schwachpunkt herausgestellt. Dort ist ein „Hochregal” eingebaut, weshalb die Decke nicht abgehängt ist. Durch diese Temperatur-Brücke fielen die Temperaturen im letzten Winter auf einstellige Werte, dank der neuen Fenster waren die „Temperaturzonen” in der Wohnung äußerst unterschiedlich.

Das drastische Temperaturgefälle zwischen den abgehängten Wohnräumen und Flur kühlt natürlich die anderen Räume mit jedem Türöffnen ebenfalls aus. Damit das etwas geringer ausfällt, haben wir uns für eine Wärmedämmung der Decke entschieden. In erster Linie geht es um ein allgemein ausgeglicheneres Wohnklima. Ob das womöglich auch Heizkosten spart, wird sich zeigen.

Damit der Aufwand einen Nutzen zeitigen kann, haben wir uns im Vorfeld schlau gelesen, bzw. bereits existierendes Wissen beim Bruder angezapft, der bereits seit längerer Zeit das Elternhaus saniert. Da wurde schnell klar, dass die üblichen Baumarkt-Lösungen Aufwand und Geld kosten, aber nur einen mäßigen Effekt hervorrufen. Von Sicherheitsaspekten ganz zu schweigen: Die gängige Empfehlung, Styropor an die Decke kleben, könnte sich rächen, wenn es mal brennt. Das macht das Zeug nämlich vorzüglich und tropft dann auch noch als brennender Schleim herunter.

Die Suche nach Material, das zumindest für eine gewisse Zeit den Fluchtweg nicht mit weiteren Hindernissen und Gefahren pflastert, führte dann zu Dämmplatten aus Polyurethan. Wird von Laien gern mit „Styrophor” in dieselbe Schublade geworfen, ist aber chemisch etwas anderes. Es ist vor allem stabiler, bei geringer Bauhöhe lässt sich eine enorme Dämmung erreichen, brennt deutlich schlechter und tropft – falls doch – nicht. Für Dämmaufgaben gibt es verschieden dicke Platten, die auf beiden Seiten mit Aluminium beklebt sind, was aus verschiedenen Gründen (Stabilität, Dämmwert, Dampfsperre) nützlich ist.

Die Suche nach „unseren” Platten führten zu „bausep.de”, genauer gesagt zur „EcoTherm Baseline XR WLS 024 Fussbodendämmung beidseitig Alu kaschiert” in 60mm Stärke (Art. Nr.: 003019001005 "Zur Artikelseite gehen"). Sechs Zentimeter ist eine Ansage, allerdings kleben wir die Dinger ja nicht aus Langeweile an die Decke. Sie sollen die Wärme halten. Der Blick auf die Dämmwerte der angebotenen Platten zeigt, dass 60mm ein gesunder Kompromiss sind: gute Dämmung, aber gleichzeitig noch handhabbar. Die Plattendicke ergab sich allerdings auch aus einer Taupunkt-Berechnung, mit der geprüft wurde, ob sich nach der Renovierung über unseren Köpfen ein feuchter Mikrokosmos bildet. Das wollten wir natürlich nicht.

Je dicker die Platte, desto schwieriger wird natürlich der Zuschnitt. Da unser Flur „alles außer rechtwinklig” als Ausgangsbasis hat, ein relevanter Aspekt. Platten mit 6 cm Stärke lassen sich gerade noch so mit einem Teppichmesser schneiden, das an einem Metall-Lineal geführt wird. Ich habe zuerst immer mit eingefahrener Klinge die obere Aluschicht sauber ausgeschnitten und dann schrittweise ausgefahren den Schnitt vertieft. Macht fiese Geräusche, allerdings gibt es fast keinen Dreck (im Gegensatz zur Feinsäge) und die Schnitte werden sogar hinreichend rechtwinklig.

Da der Übergang Decke-Wand in unserem Flur eine gut getarnte Hügellandschaft ist, musste ich