Twitter in vier Minuten

Ich habe mich wieder intensiver mit Twitter beschäftigt. Das hat mich einiges an Zeit gekostet, die ich nachfolgend kondensiert habe. Wer 200 Worte pro Minute lesen kann, weiß mit diesem Beitrag das Nötige und ein bisschen mehr in knapp vier.

Irgendetwas bei Twitter machen über mitlesen hinaus erfordert einen Konto, das blitzschnell auf Twitter.com eingerichtet ist. Es gibt einige Möglichkeiten zur Preisgabe von persönlichen Daten, ich empfehle Datensparsamkeit. Minimalanforderung ist der eindeutige Benutzername, eine Email-Adresse und ein Passwort.

Von der Verknüpfung des Accounts mit Adressbüchern rate ich explizit ab, da es eine unerlaubte Adressweitergabe darstellt.

Eine Mitteilung → Tweet kann maximal 280 Zeichen lang sein. Dazu noch Bilder und Links, die geteilt werden sollen. Grundsätzlich kann jeder weltweit alle Twitter-Nachrichten lesen.

  • Zwar lässt sich ein Tweet auf eine Gruppe beschränken, oder als „private Nachricht“ verschicken, allerdings ist es keinesfalls sicher, dass das so bleibt. Daher lieber gleich an alle, und sich darüber bewusst sein.
  • Eine Nachricht kann – theoretisch – gelöscht werden. Wer weiß wie es geht, findet Gelöschtes dennoch problemlos, siehe Suchemaschine für gelöschte Tweets deutscher Politiker.
  • Es gibt nur tweeten und löschen. Kein verbessern, korrigieren oder ändern.

Deshalb lieber etwas länger nachdenken oder Klappe halten, bevor etwas wortwörtlich in der Welt ist, das schon kurz nach dem Abschicken bedauert wird.

Der Kick von Twitter ist das Mitteilung-raushauen, das andere kommentieren oder referenzieren → retweeten können. Gute Tweets oder Retweets wecken Interesse, der Account bekommt Interessenten → Follower. Die sehen dann im eigene Meldungsticker → Timeline, was die „Verfolgten“ zwitschern.

  • Jeder kann anderen folgen oder sich wieder entfolgen .
  • Folger und Verfolger lassen sich auflisten – das kann aufschlussreich sein, allerdings bedeutet es objektiv nur wenig. Denn warum jemand folgt oder jemandem gefolgt wird, hat keineswegs zwingend logische Gründe.
  • Es ist wahrscheinlich, dass sich in der „Folge ich“-Liste Gleichgesinnte befinden, denen gefolgt werden kann. Das engt den Themenkreis ein – was gut und schlecht zugleich sein kann (s. Filterblase).

ThemenHashtags markieren ein mehr oder minder sinnvollen Wort, dem ein „Hash“ → „#“ vorangestellt ist und den Beitrag einer Beitragsgruppen aller Nutzer zuordnen soll. Auf einen Twitter-Account kann mit einem vorangestellten Ät → „@“ verwiesen werden. Eine „@“-Referenz wird beim Genannten unter „Erwähnungen“ aufgeführt.

Die Referenz auf meinen Account lautet @_NoSi1.

Ein Tweet enthält neben der eigentlichen Meldung weitere Infos:

  • Oben links wir das vom Schreiber gewählte Logo und sein Benutzername angezeigt, per Klick wird der Account geöffnet. Daneben das Datum der Meldung, oder in der ersten Woche nach Veröffentlichung das Alter in Stunden („h“) bzw. Tagen („d“).
  • Wird ein Bild angehängt, erscheint es immer unter der Nachricht als Miniatur, die zum Vergrößern angeklickt werden kann (zumindest im Browser ist das so).
  • Der Tweed wird mit der „Community-Leiste“ abgescholssen.
    • Es kann ein Tweet als Antwort geschrieben werden.
    • Der Tweed kann zitiert → retweetet werden. Der eigene Tweet enthält eine Referenz auf den ursprünglichen.
    • Ein „mag ich“, das wieder zurück gezogen werden kann ist für die Schreibfaulen.
    • Die Aktivitäten-Statistik zeigt, ob und wie der Tweet in der Community aufgenommen wurde.

Die Twitter-Kryptographie bei Hashtags würde hier den Rahmen sprengen – mancher ist selbstredend, andere durchaus etablierte erschließt sich erst mit Anklicken und betrachten, was sich darunter sammelt. Die mögliche Streuung schwankt zwischen „genau ein Thema“ bis hin zu „alles Mögliche“, je nach dem, ob ein Hashtag in der Twitter-Gemeinde einen zweifelsfreien Status erreicht oder eben von vielen für Vieles verwendet wird.

  • Weil Hashtags durchaus von Trittbrett-Fahrern, Falschverstehern oder zum mitschleppen gegenteiliger, ironischer, bösartiger oder sonstwie gelagerter Verknüpfungswünschen des Autors genutzt werden (können), sind sie lediglich ein bedingtes Sortierkriterium.
  • Je mehr Hashtag einem Wörterbuch-Eintrag entspricht, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit der Streuung. schlimmstenfalls wird mit dem Gegenteil dessen verknüpft, was darunter versammelt werden sollte.
  • Bei der Wahl eines Hashtags unterstützt Twitter, wenn ein „#“ mit wenigstens einem Buchstaben eingegeben wird. Es pöppt ein Menü mit Vorschlägen auf (zumindest im Browser).
    Das hilft allerdings nur beim Finden bereits vorhandener Hashtags. Was sich darunter sammelt, sollte eventuell vor dem Absenden des eigenen Tweets überprüft werden.

Das Risiko des „daneben liegen“ steigt direkt proportional mit der Zahl der verwendeten Hasthags.

Werkzeuge

  • Für eine komplette Übersicht, ist das TweedDeck interessant, das – wenn eingeloggt – alles Wesentliche auf einen Blick zeigt, was im Standard-Account nur mit mehreren Klicks betrachtet werden kann.
  • Mit der erweiterten Suche lässt sich Twitter sehr spezifisch durchsuchen.
  • Um herauszufinden, was gerade bei Twitter los ist, eignet sich die Anzeig was jetzt gerade passiert besser.
    Mit einer Koordinate lässt sich z.B. herausfinden, was gerade im Umkreis von 500 Metern auf dem Alexanderplatz in Berlin getwittert wird.
  • Es lässt sich herausfinden, wer es – wahrscheinlich/womöglich – zuerst getwittert hat. Das funktioniert sowohl mitHashtags, als auch mit Textauszügen – das kann etwas dauern.

  1. Der Unterstrich ist wichtig, der Benutzername „ohne“ war schon vergeben. ↩︎