Biegegerät selbst bauen

Als ernsthafter Heimwerker gibt es einen entsprechenden Anspruch an die eigenen Ergebnisse. Allerdings ist das manchmal ein Spagat: Welches Werkzeug gebraucht wird, ist klar, allerdings ist der Ladenpreis für ein paar Einsätze unwirtschaftlich. Die Alternative: Selbst Werkzeug bauen. Und zwar kein digitales.

Für ein paar Basteleien mit Bauststahl und Eisenbeschläge bestand die Anforderung an verschiedene Biegewinkel mit einigermaßen vernünftiger Wiederholgenauigkeit. Die Suche im Internet war nicht sehr ergiebig, denn die Werkzeuge dafür werden mit soliden Preisen angeboten. Eines davon, das „Universal Biegegerät“ von Westphalia, machte mich nachdenklich. Das muss doch auch einfacher und — vor allem — preiswerter gehen. Es gärte eine Weile, bis die Idee tief drinnen nach oben kam. Dann bin ich in den Baumarkt und habe eingekauft: Zwei Pfostenträger, ein paar Unterlegscheiben und eine Schloss-Schraube. Das habe ich dann zusammengesteckt und — es klappt!

Für rund sieben Euro habe ich mir damit ein Gelegenheitswerkzeug gebaut, dass überraschend gut funktioniert. Es ist sicher nicht so variabel, wie der Ideengeber, allerdings interessiert mich das nicht, denn die gebotene Flexibilität brauche ich nicht. Ein paar Ideen zur Verbesserung habe ich noch. Falls ich sie umsetze, ergänze ich das hier.

Lösung I

Wenn etwas an einer Stelle gebogen werden muss, bei dem die Strecke zwischen Schloss-Schraube und Kante zu groß ist (sprich: Der Schenkel soll kürzer sein) habe ich kurzerhand einen Hammer unter die Schraube gelegt und den Druckpunkt so verschoben. Beim Lösen ein bisschen auf die Füße aufpassen, denn für den Hammer ist keine Hand frei, der folgt der Schwerkraft, sobald der Druck auf ihn weg ist. Oder über einem Tisch biegen, der das fallende Gerät aushält.

Idee I

Für größere Biegeradien müssten sich ggf. Wasserrohre eignen, die mit Verschlusskappen versehen sind, in die ein passendes Loch mittig gebohrt ist. Alternativ kann man auch eine entsprechende Unterlegscheibe (besser mehrere, wg. der auftretenden Kräfte) an das Rohr schweißen. Da ist aber das „mittige Loch“ womöglich eine echte Herausforderung.

Idee II

Wenn Schweißen eine Option ist, müsste man auch eine Querauflage in einen der Schenkel schweißen können, mit dem sich die Strecke zur Schraube verkürzen lässt. Dann ist die Hammer-Problematik (s. Lösung I) kein Thema mehr, damit lässt sich dann Baustahl an den Enden sicherlich schön „rund machen“, als Verzierung oder Verletzungsschutz, z.B. für Rankgitter.

Zwei Pfostenträger und Kleinteile.

Zwei Pfostenträger und Kleinteile.

Das Material durchführen und los. Wenn die Kraft nicht reicht, könnte man Wasserrohre als Hebelverlängerung nutzen.

Das Material durchführen und los. Wenn die Kraft nicht reicht, könnte man Wasserrohre als Hebelverlängerung nutzen.

6mm Baustahl lässt sich damit problemlos bearbeiten.

6mm Baustahl lässt sich damit problemlos bearbeiten.

Mehrere Beschläge müssen für die Befestigung gebogen werden.

Mehrere Beschläge müssen für die Befestigung gebogen werden.

Die Wiederholgenauigkeit ist überraschend hoch.

Die Wiederholgenauigkeit ist überraschend hoch.

Die Hebelverhältnisse sind gut, biegen geht „aus der Hand“

Die Hebelverhältnisse sind gut, biegen geht „aus der Hand“

Kommentare

ellhel | 08.11.2013
Einfach und pragmatisch. Finde die Idee super......Top
Jörg | 30.01.2017
Tolle Idee
Hab sie gleich umgesetzt
Funktioniert super