Kurztest SoftMaker Office 2018

Schwerpunkt: Handbucherstellung mit TextMaker. Mein Testergebnis kann in Prosa als PDF-Dokument heruntergeladen werden. Deshalb nachfolgend lediglich mein Fazit.

Das vollständige Dokument im PDF-Format, erstellt mit TextMaker. (→ Rechtsklick → Herunterladen… oder PDF direkt ansehen)

Die getestet Programmversion.

Was mir gefällt

  • Ein vergleichsweise schlankes Programm-Paket mit diversem Zubehör.
  • Sehr einfache Konfiguration und Einstellung des Dokument-Layouts.
  • Außerordentlich flüssiges Arbeiten. Keine spürbaren „Gedenksekunden“ bei der Eingabe oder bei Befehlsaufrufen.
  • Sehr aufgeräumte Oberfläche, mit Wahl zwischen Ribbons und „klassisch“.
  • Bei der Integration noch reichlich Potential „nach oben“ doch immerhin eine solide „Duden“-Kontrolle integriert.
  • Die Bearbeitungsgeschwindigkeit ist erfrischend hoch im Gegensatz zu anderen Produkten, die teilweise recht zäh und behäbig daher kommen.
  • Optisch ansprechende Dokumente lassen sich schnell erzeugen.

Was mir missfällt

  • Die mitgelieferten Wörterbücher sind sehr oberflächlich und lieblos integriert. Ausgerechnet die Englische „Langenscheidt“- Übersetzung glänzt bei ein paar Stichproben mit schmalem Vokabelumfang und eigenwilligen Vorschlägen.
  • Auf den Masterseiten lassen sich die Elemente nur innerhalb der definierten Seitenformate positionieren. Für die Dokumentweitergabe an eine Druckerei mit Elementen im Rand, enden die genau da. Ein „Drucken in den Anschnitt“ scheitert, für die Toleranzen beim Papierschnitt (~ 3mm) lassen sich programmseitig keine Einstellungen machen. Das muss ggf. aufwendig im PDF nachgearbeitet oder über einen Kniff realisiert werden.
  • Mangelhafte Unterstützung von Querverweisen. Damit disqualifiziert sich TextMaker für wissenschaftliche Arbeiten mit Textreferenzierungen, etc..
  • Es lassen sich zwar „Standardeinstellungen“ festlegen, diese sind jedoch flüchtig und müssen beim nächsten Programmstart und für jedes Dokument individuell festgelegt werden.
  • Es gibt keine „Objekt-Formate“, die eine standardisierte Ausrichtung von Text- oder Grafik-Objekten vereinfachen. Das erfordert viel Handarbeit.

Abschließende Einschätzung

Für den angebotenen Aktionspreis hätte es zweifellos viel Programm für's Geld gegeben, bereits der Listenpreis ist durchaus fair. SoftMaker Office 2018 muss sich jedoch dem Vergleich insbesondere mit freien Paketen wie OpenOffice oder LibreOffice stellen. Da kann TextMaker mit mehr Übersicht und Arbeitsgeschwindigkeit durchaus überzeugen. Doch funktional bleibt er dahinter zurück, denn dort werden „lebende Querverweise“ umfangreich unterstützt, der Index lässt sich mit Schlüsselwörtern strukturieren und vieles andere mehr.

Allein der Duden Korrektor und die zusätzlichen Wörterbücher stellen aufgrund ihrer schwachen Implementierung im Normalfall nur einen begrenzten Mehrwert gegenüber den kostenlosen Suiten dar. Bei den regelmäßigen Sonderaktionen von Softmaker kann sich ein Kauf dennoch lohnen, Textverarbeitungen mit Duden Korrektor liegen typischerweise im dreistelligen Preissegment.

Für meine gesteckten Anforderungen (s. PDF-Dokument) ist TextMaker ungeeignet, weil schlicht erforderliche Funktionalität fehlt. Für den Alltagsgebrauch ist es trotzdem ein schickes Produkt, das mich anspricht.

Dennoch habe ich von einem Kauf abgesehen, denn für Texte nutze ich wahlweise LaTeX, Typora oder demnächst womöglich tatsächlich Papyrus. Warum das so ist, erläutert ein in Kürze folgender Testbericht.

Ich muss allerdings einräumen, dass dies ein Vergleich zwischen einem spezialisierten Autoren-Werkzeug und einer universell orientierten Textverarbeitung ist, der mit Blick auf die herausgepickten Anforderungen im Grunde sogar auf Augenhöhe erfolgt. TextMaker kann gut mithalten, die Anforderungen sind vielleicht etwas zu speziell und an der Zielsetzung des Programms vorbei. Dafür hat er sich tapfer und gut geschlagen. Da geben dann Kleinigkeiten den Ausschlag für die persönlichen Präferenzen.