Lohnt sich „Tastatur-Pimpen“?

Erstellt: 14.04.2021 Lesedauer 3 - 4 Min.

In meinem Blog habe ich es bereits thematisiert: Meine bisherige Tastatur muss – trotz voller Funktionalität – weichen: Der Lärmpegel ist zu hoch. Doch weil sie mir so gut in der Hand lag, wurde eine Aufrüstung versucht.

»In der Hand lag« nimmt im Grunde schon das Wesentliche vorweg:

Bereits nach einem Tag kann ich verbindlich sagen: Die sofort nach der Modifikation feststellbare veränderte Tastengeometrie macht die Tastatur für mich unbrauchbar. Der verkürzte Hub der Tasten hat direkte Auswirkung auf das Anschlag-Gefühl. Das ist jetzt extrem schwammig, das Tasten-Feedback ist sehr unpräzise. Woran das letztendlich liegt ist unklar, es geht jedoch soweit, dass die Tasten eine unterschiedliche Druck-Haptik haben. Das macht flüssiges, blindes 10-Finger-Schreiben unmöglich.

Dieser Artikel entsteht bereits mit der als Alternative ins Auge gefassten »Periduo 505«. Das Wenige, was ich mit der modifizierten alten Tastatur noch geschrieben habe, hat sich nachhaltig mit schmerzenden Unterarmen bemerkbar gemacht. Eine der letzten Tastendrücke darauf war die Bestellung der Ersatztastatur. Womöglich ließe sich noch an der Gesamtgeometrie der Tastatur herumprobieren, beispielsweise den Anstellwinkel verändern, was die Handhaltung beeinflusst. Doch das vage Tastengefühl hat jegliche Motivation für Versuche in diese Richtung im Keim erstickt.

Die neue Tastatur hat einen vergleichbar kurzen Anschlagweg, wie das »Periboard 512« nach der Modifikation. Allerdings ist er durchgängig konstant, das Druckgefühl definiert. Die Tasten schwabbeln ähnlich wie beim 512er, bei dem erst der Anschlag das gute Tastengefühl ausgelöst hat. Hier ist das 505er unschärfer, doch nach rund sechs Jahren auf „gefederten“ Tasten ist eine Folientastatur natürlich erst einmal „anders“. Wobei es vergleichbar zum Anschlag-Gefühl auf meinem Lenovo-Laptop ist. Das kann halt noch im Dunkeln leuchten. Unterwegs praktisch, zu Hause am Arbeitsplatz weitestgehend sinnlos. Da hilft falls erforderlich die Schreibtisch-Lampe.

So klar ich das nachträgliche Aufrüsten einer alten Tastatur mittlerweile für sinnlos halte, gibt es dennoch eine Erklärung, weshalb solche „Aufrüst-Sets“ angeboten werden und Leute wie ich sie sogar erwerben:

Tastaturhersteller ändern innerhalb einer Serie, teilweise sogar unter der gleichen Typenbezeichnung, unterschiedlicher Produktionsserien das Tastaturlayout. Warum sie das tun, ist ein Mysterium, zu dem mir der Zugang fehlt. Beim 505er liegt das # auf einer zwei-Drittel Taste (statt 1,5cm nur 1 1 cm breit). Sie ist zwar noch groß genug zum Treffen mit dem kleinen Finger. Doch weil zusätzlich die Enter-Taste ebenfalls deutlich schmaler ausfällt (statt 1,8cm nur 1,4cm) ist unverständlich, warum das so ist. Denn trotz optisch gedrängteren Tasten ist die gesamte Tastatur von den Dimensionen praktisch identisch zur mechanischen Tastatur. Wenn dort zusätzlich eine Funktionstaste in die Reihe mit der Leertaste gequetscht wird – warum muss die an einer anderen Position sein als beispielsweise bei Lenovo?1

Doch der erste Eindruck der neuen Tastatur bestätigt die Entscheidung, die momentanen Irritationen werden sich – wahrscheinlich – recht schnell relativieren. Was die Eingangs gestellte Frage wieder in den Vordergrund rückt: »Lohnt sich „Tastatur-Pimpen“?«.

Dazu lässt sich ein einfacher Vergleich ziehen:

Gummiringe (7,29 €) + ca. 1 Stunde Arbeit an einer alten Tastatur für eine anschließend praktisch unbrauchbare
vs.
neue Tastatur und Maus für 47,95 €, die ausgepackt und angeschlossen werden muss.

Sowohl vom Aufwand als auch in der Funktion ist die neue Tastatur weit überlegen. Daher ist der kurz aufgeflackerte Plan, die alte Tastatur durch einen weiteren Einsatz von Zeit wieder in den Urzustand zu versetzen, nach diesen wenigen Zeilen in sehr weite Ferne gerückt. Man muss sich auch mal von was trennen können. Was leichter fällt, wenn es Arbeit spart.

Da war noch was…

In meinem Blog-Beitrag hatte ich unterstellt, die beigepackte Maus hätte keine Chance auf einen Einsatz, sie zöge gegenüber einem Trackball (aus meiner Sicht) grundsätzlich den Kürzeren. In dieser Absolutheit ist diese Annahme falsch. Wie schon die Tastatur, verfolgt die „vertikale Maus“ einen anderen Ansatz bei der Handhaltung. Was die Wegstrecken betrifft, bleibt es zwar beim Gesagten doch in der Anwendung ist diese Maus überraschend angenehm. Sie fühlt sie sich signifikant natürlicher an als das, was mich schon im letzten Jahrtausend zum Trackball-Nutzer machte. Das Rumgerutsche stört mich zwar weiterhin, doch die Haptik macht mich neugierig genug, diese Maus zumindest als Alternative in Erwägung zu ziehen. Es gibt ja durchaus Anwendungsfälle, bei denen ein Trackball unstreitig unhandlicher ist. Beispielsweise wenn eine gerade Linie gezogen werden soll…

Die Links zu Amazon sind weder eine Empfehlung noch ein „Affiliate-Link“, der mir Geld in die Kasse spült. Es sind lediglich Links zu den Produkten, die ich für mich persönlich ausgewählt, ausprobiert und hier kurz beschrieben habe.

1Das ist kein Votum für das Lenovo-Design. Für Tastenbefehle, die nur sporadisch gebraucht werden, könnte die FN-Taste irgendwo sein, statt das Grundlayout dafür zu verschieben.