Windows PowerToys

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Erstellt: 14.06.2021 Lesedauer 1 - 2 Min.

Effizienz am Rechner hat viel mit effizienten Werkzeugen zu tun. Dazu gehören zweifellos die „Windows PowerToys“.

Ich hatte diese Werkzeugkiste aus den Augen verloren. In prä-Windows 10-Zeiten waren das viele Nützlinge, die Windows 10 von Haus aus mitbrachte. Das machte sie – für mich – überflüssig. Über Umwege habe ich sie nun wiederentdeckt und war überrascht. Denn es gibt sie weiterhin – mit anderen, wirklich coolen Funktionen.

Im Grunde steht schon alles auf den Informationsseiten von Microsoft. Was dort nur nach einigen Umwegen deutlich wird: Die PowerToys sind jetzt „Open Source“ und werden via GitHUB zum Download angeboten. Konsequenterweise nur für x64-Windows und das muss auch noch recht aktuell sein. Für Open Source muss sich Microsoft bezüglich dieser Einschränkungen keine Erklärungen ausdenken. Bei Open Source ist das eben so. Die einzelnen Werkzeuge sind explizit Autoren zugeordnet, also auf maximale Distanz zu Microsoft gebracht. Was das Unternehmen in keiner Weise hindert, für die einzelnen Werkzeuge vergleichsweise ausführliche Anleitungen in Deutsch anzubieten.

Die Kurzvorstellung lässt allerdings nur begrenzt die Mächtigkeit und den tatsächlichen Nutzen einiger Dienstprogramme erkennen.

So verbirgt sich hinter den FancyZones eine flexiblere Fenstersteuerung, als meine mit Autohotkey realisierte. Allerdings funktioniert meine Lösung „mauslos“, hierfür wird sie grundsätzlich zum Positionieren der Fenster benötigt. Dafür lassen sich bequem mit einem Editor mehrere Fensteraufteilungen definieren, zwischen denen per einstellbarem Tastenbefehl Strg WIN ALT [0..9] gewechselt werden kann. Fenster werden in aufleuchtende Bereiche gezogen und auf die definierte Größe gebracht. Dafür greife selbst ich gern zur Maus…

Der PowerRenamer bietet RegEx-Möglichkeiten zum rekursiven Umbenennen ganzer Verzeichnisse. Oder bestimmter Dateimuster darin. Mit Variablen können beispielsweise im Bilderordner fix alle Dateien mit einem Namen aus Jahr, Monat, Tag und millisekundengenauer Uhrzeit der Schnappschüsse1 versehen werden. Was durch das eingegebene Muster generiert wird, lässt sich vorab begutachten – sehr hilfreich, fals RegEx bei nur gelegentlicher Nutzung herantasten erfordert.

Der absolute Knaller ist (für mich) PowerToys Run. Dieser Schnellstarter kann per Tasteneingaben blitzschnell fast alles finden, was irgendwo auf dem Rechner liegt. Per Tab-Taste lässt sich schnell entscheiden, ob das Programm als Adminstrator gestartet oder das Verzeichnis geöffnet werden soll oder gleich die Kommandozeile. Per Tastenbefehl geht der Dateiexplorer im Verzeichnis auf oder der Speicherort liegt in der Zwischenablage. Statt umständlichem Taschenrechner wird einfach eine Formel eingegeben und ausgerechnet, ein Systemkommando ausgeführt, u.v.a.m. Das ist ein richtiges PowerToy.

Darüber hinaus gibt es noch einiges mehr, dessen Nutzen jeder für sich selbst bewerten kann. Praktischerweise kann jedes Werkzeug per Schalter deaktiviert werden, womit versehentliche Aufrufe ausgeschlossen werden.

Bei mir starten die PowerToys nach jahrelanger Abstinenz wieder mit dem System.


1Voraussetzung ist natürlich, dass die Digitalkamera das liefert – was aber eigentlich der Standard ist.