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Wenn Spam zum Spammer macht

Erstellt: 12.09.2022 Lesedauer ~2:20 Min.

»Zurück schicken« als Spam-Abwehr kann einen unerwünschten Seiteneffekt haben, der abgewogen werden muss. Daher möchte ich diese Abwehrmaßnahme aus dem Artikel „Spamabwehr mit Roundcube“ um ein paar Gedanken erweitern.

Im zitierten Artikel stelle ich die These auf, zurückschicken sei im Zweifel besser als löschen.

Das geht von der optimistischen Annahme aus, Spammer würden eigene Konten nutzen. Was sie allerdings selten bis nie tun.

Daher kann „zurück schicken“ einen Aufschaukeleffekt haben: Die missbrauchte E-Mail-Adresse weist zwischenzeitlich selbst ab. Im ungünstigsten Fall fliegen innerhalb kürzester Zeit Unmengen von E-Mails zwischen Dritten hin und her, die deren Mailsysteme sinnlos auslasten.

Wenn es ganz dumm läuft, meldet einer von beiden oder beide sich gegenseitig bei einer Blacklist, die Post von eigentlich ordentlichen E-Mail-Adressen weltweit zu Spam erklärt.

In meinem Mailsystem ist deshalb ein „Limiter“ vorhanden, der die Anzahl verschickter E-Mails pro Stunde beschränkt. „Zurück schicken“ ist dabei das gleiche, wie eine eigene E-Mail schicken. Das Kontingent ist bewusst niedrig gewählt: Wie viele Mails kann ich pro Stunde schreiben und verschicken? Mit „Luft nach oben“ steht der Wert auf „60“.

Dieser Wert wird von automatisiertem „E-Mail-Ping-Pong“ in längstens 5 Sekunden ausgereizt. Womit zwar keine Mails mehr hin und her fliegen, doch gleichermaßen „gewollte Post“ blockiert ist: Das Kontingent für die eingestellte Zeit ist aufgebraucht.

Da Spammer üblicherweise ihren Mist über den Tag von diversen Adressen mit zeitlichem Abstand auf den Weg bringen, gibt es eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sich nach Ablauf der Frist das Spiel wiederholt. Im Ergebnis wird mein Postfach unbenutzbar.

Deshalb tendiere ich mittlerweile zu „wegwerfen“.

Das erfolgt in einer Regel Unerwünschte Absender. Die lassen sich recht gut identifizieren. Der Spammer will mich — in den meisten Fällen — mit einem gefälschten Klarnamen täuschen und interessieren. Das lässt sich zum „aussortieren“ nutzen.

Dieser Liste ist allen anderen Regeln voran gestellt. Es entlastet den Filtervorgang erheblich: Ein Großteil des Schrotts wird vor der Tür entsorgt. Direkt dahinter kommt der Filter Generelle Ausnahmen, der – mir – wichtige Adressen aus dem weiteren Kontrollen ausklammert („Persil-Schein“).

Alle Filter danach verschieben nur noch in den Spam-Ordner, der regelmäßig durchsucht wird. Woraus sich die Pflege der ersten beiden Listen ableitet.

Das ist zwar kontinuierlicher Aufwand, doch die so bereinigten Postfächer sorgen für eine höhere Produktivität. Falls „Gewolltes“ im Spam-Ordner landet, wird es in den Posteingang verschoben und bearbeitet, ggf. mit einem Hinweis, dass bzw. warum die Post im Spam gelandet ist.

Falls tatsächlich einmal „Gewolltes“ vernichtet werden sollte, bin ich zuversichtlich, dass sich das telefonisch klären lässt: Wer mir etwas Relevantes schickt und keine Antwort erhält, kennt meine Telefonnummer, oder weiß, wo er sie findet und wie sie benutzt wird.