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Farbe mit System

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Erstellt: 24.10.2024 Lesedauer ~3:30 Min.

Im Photoline-Forum stieß ich auf die Frage, wie sich ein Bild mittels „Hochpass-Filter“ schärfen lässt. PL böte dafür drei Farbsysteme, es sei unklar, womit bessere Endergebnisse erzielbar wären. Ich kam ins Grübeln.

Die Diskussion im Forum erging sofort in Fachsimpelei, was mir „zu verkopft“ ist. Erfahrungsgemäß sehen Betrachtende den investierten Aufwand bestenfalls, wenn „vorher ↔ nachher“ gegenüber gestellt wird. Daher liegt mein Fokus auf einem „ausreichenden“ Ergebnis bei geringstmöglichem Aufwand. Hierfür hat sich PL über die Jahre als hervorragendes Werkzeug bewährt.

Überblick Farbsysteme

Es gibt weit mehr; hier die von PL unterstützten bzw. angebotenen für die Bearbeitung.

FarbsystemTypHauptmerkmaleAnwendung
RGB Additiv Rot, Grün, Blau; Bildschirmdarstellung Digitale Medien
HSV Abgeleitet Farbton, Sättigung, Helligkeit; intuitiv Grafikdesign und Bildbearbeitung
LAB Geräteunabhängig Luminanz + zwei Farbkanäle; menschliche Wahrnehmung Druckindustrie, Farbkorrektur

RGB ist optimal für digitale Displays, HSV erleichtert die kreative Farbgestaltung und LAB bietet eine präzise Farbdarstellung für professionelle Druckprozesse.

Diese Modelle basieren auf „Mischen von Licht“. Alles von allem wird weiß. Beim Mischen von Farbe wird alles von allem „ziemlich dunkel“1.

Die Unterschiede

Auf die Herleitung, etc. der Modelle wurde bewusst verzichtet.

RGB (Rot, Grün, Blau | Red, Green, Blue)

Es wird mit den Primärfarben Rot, Grün und Blau gemischt. Die „Lichtstärke“ jeder Farbe wird mit einem Wert von 0 - 255 beschrieben.
Alle „0“ → schwarz, alle „255“ → weiß.

Theoretisch erlaubt das mehr als 16 Millionen Farben, doch die Nuancen sind derart klein, dass für eine „farbenfrohe“ Darstellungen meistens weit weniger Farben ausreichen.

Farben miteinander „addieren“ oder „subtrahieren“ ist relativ abstrakt.

HSV (Farbton, Sättigung, Wert | Hue, Saturation, Value)

Dieses Modell basiert auf der menschlichen Wahrnehmung von Farbe2. Idealerweise reicht die von Violett (380 - 450 nm) über blau, grün, gelb, orange bis hin zu rot (650 - 750 nm): der Farbton.

Neben der Farbe (0 - 399) selbst ist deren Intensität bestimmend, welche Nuance wir sehen. „0“ definiert bei der „Sättigung“ ein neutrales Grau, „100“ entspricht dem gewählten „gesättigten“ Farbton.

Der mit Farbton und Sättigung gewählten Farbe kann eine „Helligkeitswert“ zugewiesen werden. „0“ entspricht „schwarz“, „100“ der gewählten Farbeinstellung.

Unabhängige Parameter einstellen, ist vergleichsweise einfach.

LAB (Helligkeit, Farbkomponente a, Farbkomponente b)

Dieses Modell wurde von der CIE3 entwickelt und in den 1970ern standardisiert. Es geht ebenfalls von den vom Menschen wahrnehmbaren Farben aus und versucht diese geräteunabhängig zu beschreiben.

  • Die „Luminanz“ legt die Helligkeit zwischen „0“ (schwarz) und „100“ (weiß) fest.
  • a* legt die Farbkomponente zwischen grün und rot fest. Negative Werte gehen ins Grüne, positive ins Rote.
  • b* legt die Farbkomponente zwischen blau und gelb fest. Negative Werte gehen ins Gelbe, positive ins Grüne.

Sehr präzise, doch auch sehr speziell.

Der Hochpass-Filter

Dieser Filter beeinflusst „Kontrastgrenzen“ eines Bildes. Für mich gibt es kein Generalrezept, wie damit immer ein zufriedenstellendes Ergebnis erzielt werden kann. Ein wesentlicher Faktor ist immer variabel: das Bild.

Der Hochpass-Dialog von Photline 🔍
Der Hochpass-Dialog von Photline

Mit dem Ebenen-aktiven Werkzeug „Filter → Sonstige → Hochpass…“ lässt sich auf eine Ebene speziell mit dem HSV-Modell schnell eine Kantenschärfung anwenden: durch Auswahl eines Parameters. Nur Farbe „H“ oder „S“ättigung vorsichtig justieren erzeugt schnelle Resultate ohne „Überbearbeitung“.

Direkt angewandt, haben die Regler allerdings einen Nachteil: Nur ein sehr schmaler Bereich ist „unfallfrei“ nutzbar. Der lässt sich „spreizen“, indem der Filter auf eine Ebenenkopie angewandt wird.

Auswahl des Ebenenmodus und der Ebenentransparenz in Photoline, mit Pfeilen markiert 🔍
Ebenenmodus und -transparenz

Auf die Kopie des Ausgangsbildes kann ein Ebenenmodus angewandt werden, der bereits eine Filterwirkung haben kann. „Lineares Licht“ verstärkt beispielsweise die Kanten sehr stark. Mit der Ebenentransparenz kann sie justiert werden. Auf dieser Filterebene kann der Hochpass-Filter mit „breiterer“ Einstellbarkeit für Feinarbeiten angewandt werden.

Beispiel

Originalbild: An einen Baumstumpf angelehntes Werkzeug mit schwachen Kantenkontrasten 🔍
Originalbild: An einen Baumstumpf angelehntes Werkzeug mit schwachen Kantenkontrasten

Ein „erstbestes“ Bild, geschossen mit einem preiswerten Mobiltelefon ohne High End Photo-Eigenschaften.

Bearbeitet: An einen Baumstumpf angelehntes Werkzeug mit kräftigeren Farben und Kanten 🔍
Bearbeitet: An einen Baumstumpf angelehntes Werkzeug mit kräftigeren Farben und Kanten

Das mit wenigen Klicks verbesserte Bild, das neben der besseren Schärfe die tatsächlichen Farben besser wiedergibt.

Beiden Bilder gemein:

Eine hohe Kompression für schnelle Anzeige, zu Lasten der Detailgenauigkeit.

1Im Idealfall „schwarz“, doch was ist schon ideal …

2Sehschwächen können die Fähigkeit zur Wahrnehmung und/oder Unterscheidung bestimmter Farben einschränken.

3Internationale Beleuchtungskommision