Nachdem c.a.p.e. IT sein „neues“ KIX Ticketsystem dramatisch mit „Visionen werden Wirklichkeit“ angekündigt hatte, war ich natürlich neugierig.
Prolog
Die Vorgänger KIX4OTRS und KIX < 18 kenne ich recht gut. Ich habe sie mehrere Jahre lang erfolgreich für c.a.p.e. IT bei Unternehmen als individualisiertes Ticketsystem platziert. Daher hat mich die Stille seit dem „Release“ überrascht. Im Alpha-Bereich des Forums ist tote Hose, Berichte zum Produkt konnte ich keine finden. Das ändert sich hiermit, weil ich von Dritten nach meiner Meinung zu „KIX 18 alpha“ gefragt wurde. Zur Begutachtung habe ich deren Zugangsdaten benutzt.
Denn der Link zur „public alpha“2 entpuppt sich als Adressensammler1. Nur gegen Herausgabe vollständiger Adressdaten wird zeitverzögert ein (personalisierter) Link übermittelt. Mir wäre auf diesem Weg vermutlich kein Zugang gewährt worden (s.Epilog). Die Zugangsdaten sind wahrscheinlich für alle Interessenten gleich, sie werden über den personalisierten Link unterschieden.
Für mich hat das Geschmäckle, weil sich c.a.p.e. IT in den letzten Monaten wiederholt werbewirksam auf die Brust klopft und „wir machen Open Source“ posaunt. Bei richtiger Open Source ist solch eine Abschottung unüblich, weshalb sie verwundert. Insbesondere für eine „Alpha“-Version, mit der in der Eigendarstellung ein Führungsanspruch verknüpft wird. Damit hängt das Unternehmen von sich aus die Latte ziemlich hoch. Daran messe ich.
Erster Eindruck
Der erste Eindruck ist für mich ernüchternd. Da geht halt KIX auf, mit anderen Farben zwar und einem Begrüßungsschirm, doch der erhoffte Buoa!-Effekt bleibt aus. Einer der großen bisher von KIX bekannten Vorteile, kurze Wege dank Tabs, ist dahin. Jetzt ist fleißiges Mausschubsen angesagt. Sogar im Fullscreen-Modus überfordert bereits der Begrüßungsschirm meinen Laptop-Monitor (1600x900).
Eine Anpassung der Darstellung auf verfügbaren Platz findet nur sehr eingeschränkt statt Ein „geteilter“ Bildschirm auf dem Laptop und vermutlich gleichermaßen bei HD-Auflösung (1920x1080) ist deshalb weitestgehend unbrauchbar. Bereits der Willkommensschirm sieht damit traurig aus. Doch es wird noch trauriger.
Die Sidebar rechts hängt statt am physikalischen Browser-Rand am vom Interface vorgegebenen rechten Rand. Da muss ich hin rollen. Dann ist allerdings die Sidebar links „draußen“. Die Diagramme bleiben unskaliert, womit sie völlig nutzlos werden.
Im Außendienst sind noch häufig Geräte mit geringerer Auflösung gebräuchlich. Daher hat mich interessiert, wie sich „KIX 18 alpha“ auf einem 1366x768-Schirm verhält. Das klappt ganz ordentlich. Zumindest im Full-Screen-Modus. Hineinzoomen, damit der Text auf kleinem Display mit hoher Auflösung lesbar wird, führt jedoch zu Rollbalken. Zwar versucht „KIX 18 alpha“ in diesem Fall eine Anpassung der Bereiche. Objektiv betrachtet, scheitert der Versuch kläglich. Mit Blick auf aktuelle Web-Techniken wie CSS3 und HTML5 offenbart sich hier noch reichlich Luft nach oben. Das zeigen die Eigenschaften wesentlicher Elemente der Oberfläche deutlich.
Die Sidebars rollen mit dem Inhalt hoch, die Diagramme werden mal vollständig, mal als Ausschnitt dargestellt. Selbst bei Vollauflösung (1600x900) ist ein schnelles Umschalten vom Home Dashboard
auf die Tickets
deshalb eingeschränkt. Zur Ansicht der Inhalte muss nach unten und zum Menü-Wechsel wieder nach oben gerollt werden. Das gilt gleichermaßen für die Sidebar rechts, die inhaltsabhängige Funktionen anbietet. Eine Unterstützung von Tastenbefehlen fehlt (abgesehen von denen, die der Browser von sich aus anbietet), was bereits für die grundlegende Bedienung reichlich Mausgeschubse und Rollrad-Gerolle oder Touchpad-Streichelei erahnen lässt.
In der Ruhe liegt die Kraft
„KIX 18 alpha“ offenbart bei erkennbar überschaubaren Datenmengen, dass sie neben der allgemeinen Optik mit dem Vorgänger die „Performance“ gemein hat. Wobei der Vorgänger erst bei recht stattlichen Datenmengen Atempausen einlegt. Bei „KIX 18 alpha“ sind rotierende Kreise, die „ich muss da mal noch was nachladen“ anzeigen, ständige Begleiter. Die Nachladerei wird relativ häufig angestoßen, eine minimale Größenänderung des Fensters, schon ein Fensterwechsel reicht aus. Was Wechseln zwischen „halbem“ und „ganzem“ Schirm oder Browser mit „KIX 18 alpha“ und anderen Anwendungen grundsätzlich Gedenksekunden aufzwingt. Das Wegklicken der Diagramme schafft keine Abhilfe, denn im Gegensatz zum Vorgänger vergisst „KIX 18 alpha“ solche Benutzeranpassungen bei einem Bereichswechsel sofort.
Eindrücke
Bitte verzichten Sie auf die Eintragung von persönlichen Daten, da nicht sichergestellt werden kann, wer Zugriff auf diese Informationen erhält.
Aus der „Einladungs-E-Mail“Diese explizite Warnung vor der Eingabe eigener Daten ist weitestgehend unnötig, weil das an vielen Stellen sowieso unmöglich ist (s.u.). Daher habe ich mich sehr schnell auf Optisches und Haptisches beschränkt. Von einem realistischen Test ist das zwar weit entfernt, grundlegende Aussagen lassen sich dennoch treffen.
Der Streifzug durch das Programm verlief aufgrund dieser einschneidenden Beschränkung ungeordnet, wie es mir in den Sinn kam. Darauf basierend habe ich nachfolgend Eindrücke aufgelistet.
- Die Bedienung der
Ticket-Sidebar rechts
ist konfus. Auf das Haus klicken öffnet Kundendaten, nochmal entfernt sie. Das gilt gleichermaßen für „Ansprechpartner“. Ist einer der beiden geöffnet und wird der andere Schalter angeklickt, wird es undurchsichtig. Es wird nur zwischen Einzel- und Doppelansicht gewechselt, irgendwann verschwinden beide auch mal wieder. Wann was, und unter welchen Voraussetzungen, ist unklar. Neuer Artikel
hat zwar einX
oben rechts, das hat jedoch keine Wirkung. Da kommt man nur mit Abbrechen (unten links) raus. Da muss hingerollt werden, wenn der Browser weniger als ca. 850 Pixel sichtbare Höhe hat.- Bei
Ticket bearbeiten
funktioniert dasX
oben rechts. Mir ist unklar, warum sich ein aus Anwendersicht optisch und funktional identisches Programm-Element (der Dialog-Rahmen mit Schließen-Knopf) unterschiedlich verhält.
Als mögliche Erklärung muss womöglich jedes Programmteil alles selbst machen. Dann wäre eine homogene Präsentation und Pflege des Produkts aufgrund des Programmcode-Overhead und daraus resultierender höherer Fehleranfälligkeit extrem aufwändig. Weil in diesem Fall mehr Code bewegt werden muss, drückt das außerdem auf die Geschwindigkeit (s.o.).
- Bei
Ticket bearbeiten
ist dieSidebar rechts
mit einem SchalterTextbausteine
erweitert. Mit Wechselklicken aufAnsprechpartner
lässt sich diese Box hochschieben. Üblicherweise ist sie außerhalb des Fensters, d.h. sie muss „oben“ eingeschaltet und herunter gerollt werden, damit der Hinweistext darin gelesen werden kann: Textbausteine werden – unabhängig vom Ansichtsstatus dieses Schalters – via:
:
und einem dann aufklappenden Kontextmenü eingefügt.
Das ist schick, der Button in der Sidebar dafür damit absolut überflüssig. Hier wäre eine in der Box integrierte Suchfunktion in der Hilfe zweckmäßiger.
Ob die Textbausteine formatiert sein können ist unklar, die angebotenen Bausteine geben allesamt reinen Text aus. Ein Klick auf die Konfiguration lässt nur kurz „coming soon“ aufblitzen, daher bleibt das ungeklärt.
Ticket bearbeiten
verrät in der Hinweisbox – sicher unbeabsichtigt – dass es sich bei „KIX 18 alpha“ keineswegs um ein neues Produkt handelt, sondern lediglich um einen massiven Umbau auf und an altem Gemäuer.
- Der Texteditor lässt sich maximieren. Dabei wird jedoch alles überlagert, die übrigen Programmfunktionen werden unerreichbar. Das sind sie jedoch bereits mit Öffnen von
Bearbeiten
. Der Dialog ist modal, d.h. mal schnell ein zweites Fenster aufmachen, weil ein Anruf reinkommt, sollte auf einem Shortcut des Browsers liegen – „KIX 18 alpha“ selbst bietet dafür keine Unterstützung an. - Wer das Schließen von Dialogen mit
ESC
gewohnt ist, muss sich beherrschen. ImSuche
-Dialog landet man damit in einer Endlos-Schleife. EinF5
lädt einen Login-Dialog, mit dem eine Anmeldung mit den von c.a.p.e. IT übermittelten Daten allerdings scheitert. Wird ersatzweise der übermittelte Link angeklickt, öffnet sich – ohne erneuten Login – dasHomeDashboard
.
Hier kollidieren vermutlich die übergestülpten individualisierten Kunden-URLs mit der einmaligen Installation, auf die (wahrscheinlich) alle Demotester letztendlich umgebogen werden.
- Die Beispiele sind teilweise ziemlich verstümmelt und lösen im Kontext mit dieser Demo bei mir Fremdschämen aus (s. Bild bei „Ticket-Sidebar rechts“):
Hallo liebes GrafikteamBitte erstellt uns für den Vertrieb einen Bildschirmhintergrund, am besten in 1.920er Auflösung.Der Vertrieb braucht so etwas für Messen und Konferenzen. Der Bildschirmhintergrund ist ja ständig sichtbar und wir sollten den als kostenlose Werbefläche mit für uns nutzen.Thematisch bitte unser Produkt bewerben, mit wenigen Worten, plakativ, viel Bild. Sie machen das schon :)Vielen Dank und beste GrüÃe
Da geht offenkundig etwas beim Zugriff auf alte Datenbestände schief. Was bedeutet, dass ein Umstieg womöglich mit aufwändigen „Nebenkriegsschauplätzen“ verbunden ist.
Dem Inhalt dieses Artikels folgend, soll eine Kunden-Demo eine gute Figur machen. Dafür wäre mein Minimalziel, dass Umlaute korrekt dargestellt werden und keinesfalls solche Texte in den Musterdaten enthalten sind.
- Das Bedienkonzept ist z.T. inkonsistent, vor allem umständlich. Bei den Tickets gibt es oben eine Leiste, die für den Ticketkopf gedacht sind. Eine Funktion davon ist auf einem Fähnchen rechts anklickbar (
Bearbeiten
), dafür gibt es dort zusätzlichDrucken
, was oben nur über die…
erreichbar ist.
Wann was warum als Fähnchen oder direkt zugänglicher Menüpunkt oben angeboten wird, ist unklar.
Den Ticket-Kopf kann ich einklappen, dann bleiben nur die Artikel übrig, die Config-Items sind dann aber weg. Die kann ich nur aufklappen, wenn der Ticket-Kopf aufgeklappt ist. Dann klappt jedoch zwangsweise immer die Beschreibung auf, weil die vergisst, dass ich sie gerade erst zugeklappt habe. Deshalb rollt alles weiter runter und ich muss hinterher … – das ist eine unnötige Beschäftigungstherapie.
Objekte
undHistorie
haben nur Fähnchen, dieArtikelübersicht
im Balken eine Suche und Funktionsbuttons, sobald ein Artikel aufgeklappt wird, hat der lauter Fähnchen. Im Ticket-Balken kann ich neben dem Auf- und Zuklappen des Ticket-Kopfes noch ein neues Ticket anlegen. Was schon mal ungewollt passiert, wenn man den Klappknopf unpräzise anklickt.
Das Hauptmenü ist die Sidebar links
, die Detailmenüs sind Fähnchen
rechts und dazwischen kann es Funktionen geben und ganz außen noch eine Sidebar rechts
zum herumschalten (s.o.) von kleinen Info-Boxen, die keinen Zugang zu den angezeigten Inhalten anbieten.
Als Nutzer werde ich mich bei diesem Bedienkonzept regelmäßig entscheiden müssen, ob ich mich auf den Anrufer oder auf die Programm-Bedienung konzentriere. Es ist eine sehr gute Auge-Hand-Koordination und eine sehr gut abgestimmte Maus erforderlich. Denn neben dem Zurücklegen weiter Strecken ist das präzise Anfahren von teilweise sehr kleinen Klick-Arealen erforderlich.
Ein Notizzettel wie im Kundenbereich, in dem behelfsweise notiert und anschließend diese Notizen aufgeräumt in die entsprechenden Felder bzw. das passende Ticket sortiert werden könnten, fehlt in der Ticket-Detail-Ansicht. Die Ticket-Übersicht hat zwar einen, doch der ist unerreichbar, wenn etwas zum Bearbeiten geöffnet ist.
Wobei das nur eine Annahme ist, denn Anklicken der Fähnchen
führt mich durchweg auf ein schick animiertes coming soon – was mir ehrlicherweise die Lust zum weiteren Ausprobieren genommen hat.
Mein Fazit
Die KIX 18 alpha kann verdammt viel – NICHT.
Obenherum ist es vor allem Kosmetik, die eine veränderte Optik und Bedienung erzeugt. Letztere ist zwar anders, enthält jedoch keine Idee, die als neu oder besonders innovativ bezeichnet werden könnte. Die Funktionssteuerung geht nur per Maus, aufgrund der verworfenen Tabs müssen erheblich längere Mauswege zurück gelegt werden.
Genau genommen kann man aktuell kaum mehr als nur gucken. Auf erheblich weniger Funktionalität, als es z.B. ein KIX 17 bietet – zumindest namentlich eigentlich der Vorgänger. Die Hoffnung, dass die neue Version einen Performance-Boost bringen könnte, zerschlägt sich bereits beim Öffnen des HomeDashboards und der Kreise-ziehenden Punkte.
Meines Erachtens muss c.a.p.e. IT da sehr zügig funktional wenigstens zu KIX 17 aufschließen. Das stagniert zwar seit einigen Jahren, doch es hängt „das neue“ trotzdem locker ab. Keine anregende Aussicht sowohl für KIX-Interessenten als auch -Nutzer. Wenn der Nachfolger einen signifikanten Rückschritt darstellt und kein belastbarer Zeit-Horizont für eine wenigstens leidlich benutzbare neue Version geboten wird, ist die Zukunft des Produkts für beide Gruppen unattraktiv.
Mit der Verlegung des Erscheinungstermins vom Frühjahr 2018 in den Herbst und den außerordentlich unkonkreten Aussagen zum Entwicklungsstatus und Meilensteinen wird das befeuert.
Womöglich ist man sich bei c.a.p.e. IT dieses Dilemmas bewusst und hat „Die Ritter der Kokosnuß“ gesehen. Da wird mit Kokosnüssen das Herannahen Berittener simuliert, die sich als lahmendes Fußvolk entpuppen. Die Geheimniskrämerei und elefantöse Ankündigung einer Maus haben ein bisschen was von singen und klatschen im Wald, damit wilde Tiere vertrieben werden.
Was mich am meisten enttäuscht ist die Tatsache, dass es sich bei „KIX 18 alpha“ entgegen der Aussage Visionen werden Wirklichkeit lediglich um alten Wein in neuen Schläuchen handelt. Und selbst die Schläuche sind recycelt. Neue Farben und eine übergestülpte neue Bedienung sind für mich keine sich manifestierenden Visionen. Es sei denn, es war die Ankündigung von Albträumen. Mich hat dieser kurze Test nach dem heftigen Getöse drum herum etwas schockiert.
Strukturell ist „KIX 18 alpha“ ein anders angemaltes und verschnörkelteres, aber um einen Großteil seiner Funktionalität beraubtes OTRS 5.0. Allerdings steht der Stammvater und Marktbegleiter zwischenzeitlich bei Version 7. Wenn ich mir dessen Feature-Liste ansehe und mit dem vergleiche, was ich mir in der „KIX 18 alpha“ ansehen konnte, sehe ich vor allem eins: eine gewaltige Lücke. Die muss „KIX 18 alpha“ schließen, wenn es sich als ernsthafte Alternative positionieren will. Dafür muss es bei der offizieller Markteinführung wenigstens das funktionale Niveau eines KIX 17 haben. Sollte die als „alpha“ präsentierte Version kein ausgeprägter Tiefstapler sein, könnte dafür die Zeit knapp werden.
Epilog
Ich bin froh, dass c.a.p.e. IT und ich seit einiger Zeit getrennte Wege gehen. DAS als „visionäre Zukunft“ verkaufen, ohne rot werden und rumstammeln, brächte mich an meine Grenzen. Geprägt von der hanseatischen Kaufmannsehre gilt für mich: verkaufe nur Dinge, von denen du selbst überzeugt bist, von denen der Kunde keinen Schaden nimmt oder Nachteile hat, weil du sonst selbst Schaden nimmst oder Nachteile hast. Neudeutsch nennt sich das WIN-WIN.
Selbst bei wohlwollenster Betrachtung bedarf es bei „KIX 18 alpha“ dafür aktuell eines sehr festen, unerschütterlichen Glaubens. Der soll ja Berge versetzten können. Dafür würde ich allerdings – entwicklungstechnisch – statt oben drauf klettern (s. Willkommensschirm) unten graben.
Weil ich aufgrund einiger mir zugetragener Äußerungen und Reaktionen für einige bei c.a.p.e. IT in deren Wahrnehmung augenscheinlich zum „wilden Tier“ mutiert bin (s.o.), das ferngehalten werden muss, wäre mir der Zugang sehr wahrscheinlich verweigert worden (s. Prolog). Womöglich, weil das hier befürchtet wurde. Was ich persönlich bedaure, denn c.a.p.e. IT muss sich keinesfalls verstecken. Ich selbst bin dem Produkt und Unternehmen weiterhin wohlwollend verbunden. Ich halte allerdings wenig von Wattebällchenschmeißerei. Die Realität ist ungepolstert.
Mit einer OpenSource-affineren Präsentation ließe sich „KIX 18 alpha“ völlig anders betrachten. Generell halte ich es für problematisch, neben einem etablierten Produkt ein gleichnamiges als „alpha“ vorzustellen. Oder von Visionen zu sprechen, wo doch im hier und jetzt ein solides Arbeitstier benötigt wird – also genau das, was KIX 17 bei vielen Nutzern ist. Warum c.a.p.e. IT diesem wirklich starken Produkt – und damit sich selbst – mit „KIX 18 alpha“ derart in den Rücken fällt, ist für mich absolut unerklärlich.
Ich kann nur hoffen, dass die Stille im Alpha-Forum ein Spiegel des Interesses daran ist. Denn im aktuellen Zustand beschädigt es aus meiner Sicht den guten Ruf von KIX, den sich dieses Produkt und das Team dahinter völlig zurecht hart erarbeitet hat.
c.a.p.e. IT hatte das Erscheinen des „neuen KIX“ für die nächste CeBIT angekündigt. Die wurde jedoch von der Messegesellschaft eingestellt. Immerhin wird damit das Erscheinen von „KIX 18 alpha final“ nun auf jeden Fall „vor der nächsten CeBIT“ liegen. Bei freier Terminwahl. Hoffentlich ist das kein Omen.
Meine Testumgebung
Lenovo T430 mit 1600x900 Pixel-Schirm, I5-3320M CPU @ 2x 2.6GHz, 8GB RAM, SSD, Windows 10x64 Pro verbunden via WLAN (81MBit/s) mit einem 200MBit/s Internet-Zugang, der exklusiv für den Test genutzt wurde (kein relevanter Traffic sonst). Getestet wurde mit Vivaldi.
Nachtrag (10.12.2019)
Gemäß einem Beitrag im „Kix-Forum“ soll es im 4. Quartal 2019 ein »produktiv verwendbares Cloud-Angebot« geben. Gemäß »Roadmap KIX Version 18« werden dieser „Cloud-Version“ im ersten und zweiten Quartal 2020 weitere Funktionen hinzu gefügt.
Was heißt das im Klartext
- Es gibt keinen Zeitplan für die Aktualisierung vorhandener Systeme, insbesondere solcher, die mit individuellen Erweiterungen ausgestattet sind.
- Es gibt keinen Zeitplan für die Bereitstellung von „on premise“ Lösungen.
- Ein reines Cloud-Angebot, ausschließlich vom Hersteller angeboten, bedeutet Verzicht auf Datenhoheit und Gewährleistung eigener Sicherheitsstandards.
- Die Möglichkeit der Integration mit und in andere lokale Software ist mindestens stark eingeschränkt, häufig wahrscheinlich schlicht unmöglich, eine der in diversen von der c.a.p.e. IT GmbH lancierten Berichten großen Stärken des alten KIX.
- Allein das Hosting ist ISO27001 - zeritifiziert. Die in der »KIX-Cloud« betriebene Software hat keine Zertifizierung.
Dass KIX 18 für einen großen Teil der Nutzer in letzter Konsequenz ein herber Rückschritt ist, wird im zitierten Beitrag freundlich verschleiert: »Leider werden nicht alle der in KIX v17 abbildbaren Anwendungsfälle direkt in v18 wieder zu finden sein.« Was soviel heißt wie: Das wesentliche Argument und der schlagende Vorteil für KIX fällt weg.
Zur in diesem Form-Beitrag gemachten Aussage »im 4. Quartal 2019 […] ein produktiv verwendbares Cloud-Angebot« findet sich mit Stand heute (10.12.2019) auf den Herstellerseiten kein Hinweis, dass es das mittlerweile tatsächlich gibt.
Mit Blick auf die bisherigen Termin-Ankündigungen zu KIX (20)18 sind Zweifler keineswegs Miesepeter, sondern lediglich Anhänger vom „Gesetz der Serie“. Das untermauert die Tatsache, dass der oben zitierte und am 09.04.2019 korrigierte Link zur Testversion nun auf eine allgemeine Produkt-Info-Seite statt zu einer »produktiv verwendbaren« Demoversion führt.