Verwenden Sie das beiliegende Kabel

Das stand allerdings nicht in der Anleitung. Vielmehr stand auf dem Schutz des Displays meines neuen Monitors, ich soll die Treiber-CD einlegen. Stattdessen ein Hinweis auf das Kabel hätte Nerven geschont.

Als Webarbeiter ist der Monitor für mich vergleichbar mit der Kelle des Maurers. Ständig im Gebrauch, mit Billigkram gibt man sich nicht ab, wenn man es ernsthaft praktiziert. Daher war ich skeptisch, ob ein hochauflösender Monitor für 500 € etwas taugen kann. Die Testberichte sagten alle „du kannst“, also habe ich mich getraut.

Angekündigt für den Dienstag nächster Woche stand das Teil bereits heute überraschend vor der Tür. Trotz etwas angeschlagener Gesundheit siegte natürlich die Neugier. 2560x1440 Pixel sind eine Ansage, da passt ein bisschen was in die Fenster rein. Wobei der Monitor selbst kein Monstrum ist, die Pixel verteilen sich auf übersichtliche 60x34 cm aktive Bildfläche.

Alter Monitor weg, neuer Monitor hin, – erstes Problem. Der bisherige hatte aus unklaren Gründen keinen klassischen Kaltgerätestecker, sondern sowas in der Art, jedoch zumindest so anders, dass er wirklich nur an den alten Monitor passt. Also unter den Tisch, richtigen Stecker finden, Kabel rausfischen, neues Kabel reinziehen. Strom ein, Monitor an.

Der Desktop hatte die Anmutung eines alten, vergilbten Familienfotos. Ernüchterung macht sich breit. War das Teil vielleicht doch zu billig? Oder einer von denen, über die Käufer in den einschlägigen Foren berichteten, so ein technischer Ausreißer, den Tester aus unerfindlichen Gründen nie bekommen?

Der erste Gedanke war natürlich: Treiber-CD. Stand ja auf dem Schonbezug drauf. Soweit das im Gilb und groben Raster erkennbar war, sagte ein Blick in die Systemeinstellungen jedoch, dass sowohl Auflösung und Gerät adhoc korrekt erkannt und eingestellt wurde, die Treiber waren als „aktuell“ ausgewiesen. Das Update der Grafikkartentreiber brachte ebenfalls keine Linderung. Allerdings kam mir dann in den Sinn, dass der Monitor- und Tastaturumschalter unter dem Tisch irgendwo limitiert war. Wo genau, wusste ich nicht, aber dass er es war, war sicher. Also wieder unter den Tisch, Kabel abgezuppelt und Monitor direkt an den Rechner angeschlossen. Immer noch keine Besserung.

Unterbewusst beschlich mich dann wohl der Gedanke, dass ein ungeeignetes Stromkabel womöglich von einem ungeigneten DVI-Kabel flankiert sein könnte. Irgendwie ist es ja heutzutage ungewöhnlich, dass ein Monitorhersteller freiwillig ein Anschlusskabel in die Monitor-Kiste hineinlegt. Das ist doch das klassische „hier holen wir uns Extra-Euros“-Produkt. In diesem Fall lag aber eins bei. Ein kurzer Vergleich der Pins im Stecker ließ hoffen: Wo im aktuell verwendeten eine Lücke klaffte, standen im Stecker des mitgelieferten Kabels eine Reihe Metallpins. Die haben es dann herausgerissen. Spitzenbild mit rund einem Drittel mehr Bildinhalt als beim Vorgänger. Alles wird gut. Und das nächste Mal schau ich mir die mitgelieferten Kabel gleich an.