Im Garten lagerte seit ein paar Jahren eine große Holzmiete, die durch die Trocknung auseinander rutschte. Deshalb sollte das Holz etwas ansehnlicher gelagert werden. Mit ein paar Balken wurden daraus zwei „Vintage-Holzstapel“.
Die Idee wurde von den selbstbewussten Preisen ausgelöst, die in den einschlägigen Baumärkten für ein paar Stützen aufgerufen werden, zwischen denen ein paar wohlgeformte Holzscheite gelagert werden können. Meine Scheite sind recht variabel, außerdem sind für die Kauf-Stützen zusätzliche (ebenfalls käuflich zu erwerbende Norm-)Holzbalken erforderlich. Weil das dann tendentiell „eher fies“ aussieht, lag ein vollständig aus Holz gebauter Stapelrahmen auf der Hand.
Als Material kamen neun definitiv überdimensionierte Holzbalken 16x8 cm zum Einsatz. Für den „Vintage-Look“ kann man diese Balken einfach ein paar Wochen im Garten eingraben. Sie nehmen dann Patina an. Weil mir das zu aufwendig war, habe ich bei einer Tiefbaufirma gefragt, ob sie ein paar Stützbalken abgeben, wenn sie eine Baustelle abräumen. Dieses „Bauholz“ ist außerdem etwas rustikaler als die DIN-gesägten Balken aus dem Baumarkt. Kann sein, dass sie ein wenig müffeln, was draußen jedoch keine Rolle spielt.
Die „Bauanleitung“ für den vintage-Rahmen ist übersichtlich: zwei kürzere Teile als Füße, die dem Kippen der Konstruktion entgegen wirken. Da liegen zwei Balken so auf, dass dahinter jeweils Platz für einen stehenden Balken ist. Das auf beiden Seiten, oben drauf jeweils einen Balken als Deckel. Die gebrauchten Holzbalken variierten in der Länge, weshalb ich ausgehend von den beiden längsten („Deckel“) den nächsten vier („Seiten“) und den verbleibenden („Boden“) die Rahmenteil-Längen mit dem jeweils kürzesten Balken der Gruppe festgelegt habe. Der Kürzeste von allen wurde halbiert zu den beiden Füßen. Der Zuschnitt erfolgte in etwa mit einem elektrischen Fuchsschwanz.
Mit 140mm langen Heco Unix Top (die gibt's bei diversen Anbietern) wurden die Balken zusammengeschraubt. Die ziehen und fixieren die Bauteile mit variablem Gewinde stramm zusammen. Die Seitenteile mit je zwei von oben mit ca. 45° schräg von der Außenseite, die übrigen mit je einer Schraube senkrecht von oben.
Meine Balken kamen frisch aus dem Graben und waren deshalb noch recht feucht, was den eigentlich leistungsstarken Akku-Schrauber an seine Grenzen brachte. Hier zeigte sich, dass kabelgestützte Geräte durchaus zweckmäßig sind, wenn's richtig Kraft braucht.
Der Zusammenbau erfolgte „an Ort und Stelle“. Denn neben der Sperrigkeit (ca. 2x2x1m) summierten sich überschlägig 150kg Balkengewicht (→ feucht!). Die Konstruktion schwankt im Leerzustand zwar leicht, benötigt jedoch keine weitere Versteifung. Die ergibt sich mit der Füllung aus Holz-Scheiten von ganz allein. Ein paar der vorhandenen Holzscheite haben den Balkenabstand definiert, im konkreten Fall war es etwa eine weitere Balkenbreite. Das Gestell nimmt so eine Doppelreihe Holzscheite auf, die perfekt belüftet werden. Das lässt sich am Füllstand beobachten. Nach dem Einstapeln war der Rahmen press voll, bereits nach wenigen Tagen war oben durch die begünstigte Trocknung ein paar Finger breit Platz.
Ein weiteres Vintage-Stapelregal ist aus drei Balken unten und einem Rest Estrichgitter zwischen den beiden Seitenbalken für eine dreireihige Variante entstanden. Weil das Gitter schon ein paar Jahre im Garten gelegen hatte, war es rostig – passte also perfekt zum „Look“. Der mittlere Balken ist aus Bequemlichkeit länger als die beiden Äußeren – da musste nichts davor und dahinter passen. Auf dem Detailbild ist außerdem erkennbar, dass ich die Füße auf eine Gummi-Streifen gelegt habe, damit sie keinen direkten Bodenkontakt haben. Die Steine darunter waren dieser Aufstellsituation zum Ausgleich eines Gefälles geschuldet, der Doppelstapel steht ohne Steine direkt auf dem Rasen.