Die richtige Tastatur finden

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Erstellt: 27.05.2021 Lesedauer 3 - 4 Min.

Meine „Tastatur-Odyssee“ hat – hoffentlich – vorerst ein Ende. Ich bin zum „Microsoft Ergonomic Keyboard“ zurückgekehrt. Eine kleine „Tastaturkunde“ soll erläutern, warum.

In diesem Artikel verwendete Links zu den Produkten sind KEINE „Affiliate-Links“ zur Monetarisierung: So lässt sich lediglich schnell feststellen, wovon die Rede ist und ob das Produkt (noch) verfügbar ist.

Vorweg muss einer Tatsache ins Auge geblickt werden: Tastaturen sind ein „sich abnutzender Gebrauchsgegenstand“. Bei intensiver Nutzung kann es durchaus sein, dass ein PC in seiner Nutzungszeit mehrere Tastaturen kennenlernt. Die Abnutzung führt wahlweise zum „mechanischen Tod“ oder zu „Hygiene-Aspekten“ bzw. Kombinationen daraus. Ich kenne niemanden, der sich vor dem Nutzen seiner Tastatur jedes Mal sorgfältig die Hände wäscht, kein Getränk in Reichweite hat oder „alles was krümeln kann“ im Radius von 2 Metern um eine Tastatur verbannt. Damit ist ihr Schicksal vorgezeichnet.

Dazu kommt noch die Herausforderung, dass eine Tastatur zum Nutzenden passen muss. Das „klassische Hackbrett“ ist rechteckig, hat 100+ Tasten und erfüllt grundsätzlich seinen Zweck: Buchstaben auf den Schirm bringen, Befehle an den Rechner senden. Wer sich etwas intensiver damit befasst wird feststellen, dass die Tastatur die wichtigste Schnittstelle „Mensch – Maschine“ ist. Durch die getroffene Wahl lässt sich Einiges verbessern – oder verschlechtern. Zumindest für Nutzende, die des (flotten) 10-Finger-Schreibens mächtig sind.

Nach über 40 Jahren Computer-Nutzung lässt sich festhalten:

Vor der Jahrtausend-Wende war das Microsoft Ergonomic Keyboard“ »meine« Tastatur. Doch irgendwann hat Microsoft sie so verändert, dass ich mich umsah. Vielleicht wurde es schlechter, um die „Microsoft Sculpt“-Tastatur in den Fokus zu rücken. Bei mir hat das geklappt. Eigentlich ein wirklich tolles Teil: Vernünftiges Tastengefühl, gute Geometrie, kabellos,… – aber einen ganz entscheidenden Haken: Ein „abgetrennter“ Nummernblock. „Gewöhnst du dich dran“ war eine Fehleinschätzung. Denn dieser „Satellit“ lag nie da, wo ihn meine blind hingeführte Hand erwartet hat. Beim Tippen auf dem losen Nummernblock wird dieser immer um ein paar Millimeter verschoben. Von mir wird er für Makros etc. häufig verwendet, da ist „erst mal suchen müssen“ ein störendes Hindernis. Bedauerlich, doch dieses Detail hat mich kirre gemacht.

Der Weg führte mich zum „Periboard 512“, das dem „alten“ Ergonomic Keyboard sehr nah kam. Allerdings war es „laut“. Dem sollte abgeholfen werden, doch nach dieser Aktion war es leider unbrauchbar. Die naheliegende Idee war das „Periboard 505 DUO“. Es erweckte den Eindruck, der logische Nachfolger des 512er-Bretts zu sein. Das ist zwar in der Produktfolge korrekt, doch fehlt ein entscheidendes Wort: „würdiger“.

Was mir erst auffiel, als das Teil auf dem Tisch lag: völlig andere Geometrie als übliche Tastaturen. Der Supergau war ein halb so breite #-Taste und eine Funktionstaste zwischen der Windows- und Alt-Taste. Das schien mir Angangs noch beherrschbar: jede neue Tastatur – insbesondere eine mit „ergonomischen Design“ erfordert eine kleine Eingewöhnungsphase. Doch statt besser wurde es schlimmer. Besonders problematisch war der Umstand, dass ich regelmäßig mit „normalen“ Tastaturen arbeiten muss. Auch mal im kurzzeitigen Wechsel hin und her. Nach rund vier Wochen fühlte es sich an, als hätte ich das Blindschreiben auf der Tastatur völlig verlernt. Die Vertipp-Rate ging exponentiell nach oben. Eine detaillierte „Problembeschreibung“ findet sich in der Produktrezension bei Amazon1.

Ein kurzes Intermezzo mit einer „klassischen“ Fujitsu KB520 Tastatur machte sehr schnell die Gründe wieder präsent, die zum Wechsel auf eine ergonomische Tastatur geführt haben. Deshalb bin ich wieder beim „Microsoft Ergonomic Keyboard“ gelandet. Was einigen Rezensionen geschuldet ist, die ihr die „Rückkehr zu alten Stärken“ zusprachen. Da es sich preislich mittlerweile im Bereich „günstig“ bewegt, war es einen Versuch wert. Spontaner Eindruck: Die Finger finden wieder alles, das Tastgefühl ist „definiert“, es gibt einen größeren Hub, als die Flachtastaturen z.B. bei Laptops – was für Viel-/Schnellschreibende ein wichtiger Aspekt ist.

Was leider fehlt, sind „Aufsteller“ – meine Erinnerung gaukelt mir vor, dass die Ur-Version welche hatte, um die Tastaturneigung einzustellen. Jetzt gibt es nur ein „Plaste-Teil“, das eingerastet werden kann. Mir persönlich ist das jedoch zu hoch. Doch das ist ein leicht lösbares Problem: Aus Resten einer dicken Gummi-Dämmmatte kleine „Untersetzter“ ausgeschnitten – „passt“.

Natürlich bin ich bei der Recherche über das in allen aktuellen „Tests“2 angepriesene „Logitech Ergo K8600“ gestolpert. Was mir jedoch – nach der 505-Erfahrung – sofort auffiel: das Teil hat – wie das „Periduo 505“ – eine andere „Sortierung“ der Steuertasten (Reihe mit der Leertaste). Das fest verbaute Polster hat einen sichtbaren Spalt zur Tastatur. Ein „Krümmelsammelpunkt“. Einige Vielnutzer verwiesen darauf, dass die Tasten offenbar nur mäßig gegen Staub und Krümmel geschützt sind und die Tastatur schlecht (bis gar nicht) zu reinigen ist. Für ein „Business-Keyboard“ schwer nachvollziehbar. Ein absolutes „no go“ sind jedoch »Aussetzer« beim Tippen, von denen sogar Leute berichten, die die Tastatur sehr gut bewerten – was sich mir persönlich verschließt: Wie kann etwas „sehr gut“ sein, wenn es in der Kernfunktion (Tastenbefehle erkennen und verarbeiten) schwächelt?

Die „Freak“-Tastaturen, die in der Kategorie „ergonomische Tastatur“ mit eigenwilligen Tastenanordnungen oder „gesund aussehendem“ Design und selbstbewussten Preisen firmieren, fallen aus diese Betrachtung heraus. Sie maximieren das Problem der „anders angeordneten Tasten“, was das Leben mit Anderen unnötig erschwert.

Das Bild stammt von Pixabay.

1Diese Erkenntnis stellte sich – natürlich – erst kurz nach dem letzmöglichen Rückgabe-Termin ein.  

2Wo „Test“ draufsteht, ist leider immer seltener wirklich einer drin. Es sind überwiegend Seiten, die im Wesentlichen die Produktbeschreibungen kopieren und dann mit Affiliate-Links zu Amazon Geld verdienen (wollen).